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Vom Blindfischen und vom Zu-viel-Sehen

Beim heutigen sonntäglichen Schwumm in der Seydlitzstraße hab ich besonders kritisch unter Wasser geguckt. Weil: Letztes Mal hatten wir ja Grobe Verunreinigung und ich sage Ihnen, Sie möchten nicht sehen, was ich in einem Eimer und noch vor Betreten des Beckens erblicken musste und was uns das letztwöchige Schwimmen unmöglich machte.

Ich war also heute mit Controlettiblick unter Wasser unterwegs. Die Lippen wie mit Silikon versiegelt, streng auf Nasenatmung bedacht. Was mag mir da entgegentrudeln? Oder unter mir herumdümpeln? An Haarballen oder Klopapierreste bin ich seit jeher gewöhnt. Haargummis gehören ebenfalls zum Standard. Oder Steinchen.

Die Crux ist ja: Ich bin eigentlich totaler Blindfisch und ohne Brille hilflos. Aber nur an Land. Denn mit frisch antigefoggter Schwimmbrille ist die Brechung unter Wasser im Becken tadellos. Zumindest so lange, bis der erste Nebelschleier wieder gnädig aufzieht.

Immerhin muss ich nicht, wie an einem anderen Ort, an dem ich eine Weile lebte, turtelnde Paare am Beckenrand des weit und breit einzigen Hallenbades sehen. Nichts gegen Paarsamkeit, meinethalben auch im Wasser, aber bitte nicht vor meinen Augen. Ich glaube, Menschen ohne Schwimmbrille und mit dem Kopf über Wasser haben keine Ahnung davon, WIE gut man unter Wasser sehen kann! Immerhin sind die Verschlungenen deutlich angenehmer anzusehen als Treibgut, das üblicherweise in Körperöffnungen hinein oder im Körperinneren aufbewahrt gehört, welches aber laut Auskunft von Bademeistern zu den üblichen Fundstücken im Wasser zählt.

Nach dem letztwöchigen Erlebnis frage ich die Kassendame, wie das denn so gekommen sei, mit der, pardon, Kackwurst im Schwimmerbecken. Den empfindlicheren Naturen unter Ihnen rate ich nun dezidiert, den nächsten Satz lieber NICHT zu lesen: Fragen Sie mich was Leichteres. Wir finden diese Dinge fast immer im Schwimmerbecken, kaum einmal im Kleinkinderbecken nebenan.

Es ist deprimierend. Und es steht offenbar schlimm um das Hygiene- und Sozialverhalten des gemeinen Schwimmbadbesuchers, der da offenkundig mit Absicht tut, was sich nicht gehört und nicht nur den Mitschwimmern Unbill sondern auch den Badmitarbeitern viel Arbeit verursacht.

Dabei genieße ich normalerweise das Gucken sehr, denn gerade in solchen Schwimmschwimmbädern mit 50-Meter-Bahnen und kaltem Wasser finden Sie meist gut trainierte, appetitlich anzusehende Männer in den Echtschwimmerbahnen. So auch im Stadtbad Tiergarten. Seit da einige schicke Hostels rund um den Hauptbahnhof erbaut wurden, macht das Unterwassergucking noch mehr Spaß: Viele durchtrainierte Jungmänner internationaler Herkunft tummeln sich dort. Jetzt, kurz vor dem Ende der Sommerferien besonders auch braun gebrannte. Das ist schon schön anzuschauen; so ein Schwimmerkreuz im klassischen V-Look in gut sitzender Badehose, das macht echt was her. Da gerät frau ins Seufzen und das natürlich vergeblich, denn für diese sportiven Jungmänner bin ich allenfalls eine schlurfige alte Schwimm-Oma kurz vor der Prilblumen-Gedächtnis-Badekappe.

Ja, und wenn Sie sich nun fragen Wo sind denn all die sportiven Frauen, die durchs Wasser pflügen? So mindestens im Namen der Gender-Gerechtigkeit?, da kann ich Ihnen nur antworten: Ich weiß es nicht. Es ist nämlich auffällig, in etwa einer 70:30er-Relation, dass meist Männer sportiv in den Schwimmerbahnen unterwegs sind. Vielleicht liegt es ja auch an der sonntäglichen Kaffeetrinkzeit, zu der ich schwimmen gehe? Ich habe keine Ahnung.

Ich habe den Verdacht, dass es sich um ein dem Gerätetraining in der Muckibude artverwandtes Phänomen handelt. Dort wird geschwitzt, geschindert und geächzt; es ist nicht vornehm, smalltalk- und teatimekompatibel, wenn es mich fordert und etwas bringen soll. Was richtig Kraft und Anstrengung erfordert, ist nicht clean, sondern immer etwas animalisch, schwitzig und kompetitiv und sei es nur mit mir selbst. Ich habe den Eindruck, dass das nicht so viele Frauen mögen – richtig reinhauen, die eigene Kraft spüren und eher wild und ekstatisch als anmutig und gemäßigt sein.

Nun, falls Sie eine Erklärung für das Eine oder das Andere haben, lassen Sie es mich wissen. Ich habe ein Erkenntnisinteresse. In beiden Angelegenheiten.

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Grobe Verunreinigung

Es gibt ja so Dinge, da glaubt man, die gibt es gar nicht. Die Schwimmfreundin und ich stehen gerade vor dem sonntäglichen Schwumm in der Dusche, da … krchz … krchz … kommt die Durchsage durch den Lautsprecher: Wegen einer gr… krchz …ben krrrrchz … reinigung wird das Bad geschlossen. Krrrrchz … Bitte verlassen … krrrchz unverzüglich das Schwimm … krrrrchz … cken und begeben Sie sich … krrrchz … Aus … krrchz … ng.

Kein Wort verstanden, eine Ahnung davon, dass das Becken geräumt wird. Schwimmfreundin und ich gehen zum Schwimmmeister; der zeigt auf den Inhalt eines Eimers: Wegen dieser groben Verunreinigung da schließen wir jetzt das Schwimmbecken. Muss alles gereinigt werden.

Börps, da sahen wir, was wir gar nicht so genau sehen wollten.

Mal ganz ehrlich: Wer kackt da einfach in ein Schwimmbecken? Die kleinen Kinder, denen so was vermutlich noch passieren könnte, die sind doch eher im komplett abgetrennten Kleinkinderbereich zu finden, oder? Ich habe nicht die geringste Ahnung, wie so was passieren kann und der gute Augenblick, um die nicht minder genervten Bademeister mit Kescher und Eimer zu interviewen, war es auch nicht.

Tja, waren wir mal zum Duschen pur im Stadtbad Tiergarten und meine Laune ziemlich unterirdisch, hatte ich mich doch bei der schwülen Hitze auf meine zwei Kilometer bei auskömmlichen 27 Grad Wassertemperatur und auf die 50-Meter-Bahnen gefreut.

Jedoch: Man kann es halt nicht zwingen. Wenigstens ein Freiticket gab es für die Nonsens-Aktion zurück. Nur die Parkplatzgebühr, die konnten wir intern und gefühlt mit dem Gratisduschen verrechnen; das ist ein anderer Betreiber, das sind nicht die Berliner Bäder Betriebe, da gab’s nix retour.

Oder betrachten wir es philosophisch wie die Schwimmfreundin: Mensch, gut, dass wir noch nicht im Wasser waren, als die Durchsage kam. Wo sie Recht hat, hat sie Recht.

Erstveröffentlicht am 3. August 2014, während hier noch das Wasser eingelassen wurde, bei Frau Indica.

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Leanne Shapton, Swimming Studies

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Mich würde wirklich, wirklich interessieren, ob jemand mit diesem Buch etwas anfangen kann, der sich überhaupt nicht fürs Schwimmen interessiert. Ich war von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt, aber mir hat Schwimmen schon immer viel Freude bereitet, auch wenn ich nie Schwimmsport betrieben habe. Während der Woche der Lektüre lebte ich so im Chlordunst von Leanne Shaptons Swimming Studies, dass ich es unbedingt eine Weile im tatsächlichen Chlordunst lesen wollte.

Leanne Shapton, geboren in Toronto, ist heute Grafikerin in New York und hat ihre Jugend als Leistungsschwimmerin in Kanada verbracht. Schwimmen ist das zentrale Element in ihrem Leben, und so erzählt sie ihr Leben anhand des Schwimmens. Zwei Zeitlinien sind dabei verwoben: Zum einen ihre Schwimmkarriere, die sie mit elf Jahren begann. Zum anderen ihr Leben, nachdem sie diese Karriere aufgab, nicht aber das Schwimmen. Sie erzählt nicht nur in Wörtern: Wichtige Elemente sind auch Zeichnungen und Fotografien.

Vieles an Shaptons Schilderungen überraschte mich. Mir war unter anderem nicht klar, dass auch Wettkampfschwimmerinnen unterhalb internationaler Wettkämpfe (Shapton schaffte es nicht in den olympischen Kader Kanadas) ein knochenhartes Training absolvieren: Täglich zwei Einheiten, eine davon vor der Schule (Wecker klingelt um 4.45 Uhr), Blocktraining zwischen Weihnachten und Silvester, in dem sie praktisch nur zum Schlafen aus dem Wasser kommen. Dass man als Wettkampfschwimmerin ununterbrochen Schmerzen hat.

Shapton schildert das in einer wundervollen Mischung aus Sachlichkeit (Trainingsstruktur, Tagesablauf) und Poesie (in immer neuen Bildern der Gegensatz zwischen dem Dampf und der Wärme im Hallenbad und der Kälte des Winters vor den Hallentüren). Wir lernen sie und ihren Ehrgeiz kennen, ihren Bruder, ihre Eltern, ihre Kindheit, ihr Größerwerden, ihre Trainer. Und es geht darum, wie es ist, etwas (ungebeten) sehr gut zu können.

Es tauchen so viele Aspekte dieser Schwimmleidenschaft auf, dass sie wie eine Wasseroberfläche schillern. Zum Beispiel wie sehr sie sich über das Schwimmen definiert, wie attraktiv, weiblich und elegant sie sich dabei fühlt (Schwimmen gehört für mich zu den wenigen Momenten, in denen ich mich nicht wie ein Trampel fühle):

I believed, for a while, in the aphrodisiacal qualities of my swimming. Sometimes, doing laps somewhere, I’d think: If only he could see me swim, he’d fall in love.

Und doch hatte sie davor geschildert, dass im Schwimmverein ihrer Jugend körperliche Blöße so alltäglich war, dass die jungen Männer aus dem Verein immer erst in Straßenkleidung interessant für sie wurden.

Shapton geht auf Schwimmbrillen ein, auf ihre persönliche Schwimmbrillengeschichte. Wie sich das Schwimmen für eine Schwimmerin anhört. Auf die zwischenmenschliche Dynamik in Sportlergruppen. Sie schildert das Unbehagen, das die meisten Sportschwimmer im freien Wasser empfinden. (Hier erst wurde mir bewusst, dass ich im Meer oder in den vergangenen Jahren einem See immer ein wenig ratlos bin: Schwimmen geht hier schon auch, fühlt sich aber kraft- und ziellos an.)

Und dazwischen immer wieder Zeichnungen und Aquarelle: Shapton malt verschiedene Gerüche des Schwimmtrainings. Sie malt Schwimmer und Schwimmerinnen, zeigt seitenweise konkrete Schwimmbäder als dunkle Flächen. Zu ihren Geschichten der zweiten Erzähllinie gehört das Schwimmen in Frei- und Hallenbäder auf der halben Welt, die Beschreibung der Orte und der Menschen, die sie dort antraf. Da fand ich mich wieder persönlich, denn in der Ferne Schwimmen zu gehen gehört zu den Abenteuern, für die selbst ich Langweilerin mich begeistere. In Swimming Studies wird sogar ein Schwimmbad genannt, in dem ich selbst schon geschwommen bin: Das Berliner Stadtbad Mitte.

Shapton beschreibt ihr jetziges Zuhause, die Bilder, Gemälde, Fotos mit Schwimmmotiven die es dort gibt.
Sie zeigt im Buch ihre Badeanzug-Sammlung wie Kunstwerke, komplett mit Muster- und Materialbeschreibung sowie genauen Umstände des Erwerbs und des Einsatzes.
Sie nennt Romane, Filme, Dokumentationen um Schwimmer und Schwimmerinnen. Und an dieser Stelle, fast am Ende des Buches erklärt sie deren besonderer Faszination:

the parts I find most touching are the interiors, the kitches, the glasses of milk, a swimmer eating dinner from a plate set atop a television set, lamplight, parents, teal duvets, socks on staircases, and carpeted hallways.

Das sind genau die Details, die auch Shapton uns zeigt, und es sind genau diese Einblicke, die mich am meisten berührten.

Es gibt eine deutsche Übersetzung, Bahnen ziehen, von Sophie Zeitz.

(Ursprünglich ähnlich veröffentlicht hier.)

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Wie ich zur Outdoor-Schwimmerin wurde

Badestelle am See

Vor einigen Jahren hat es mich nach Mecklenburg-Vorpommern verschlagen. Ein Wassermensch bin ich schon immer gewesen aber bis dahin doch eher in Schwimmbädern unterwegs. Schwimmbäder gibt es in Mecklenburg-Vorpommern natürlich auch. Tatsächlich sind es eher »Bade-Oasen« als klassische Schwimmbäder. D.h. relativ viele eher kleinere Becken, die sich nicht wirklich zum Bahnenziehen eignen. Schon gar nicht, wenn es etwas voller wird, was besonders in der Hauptsaison der Fall ist, wenn jedes Jahr ansteigende Touristenmassen im Land einfallen.

Alternativ gibt es hier aber Seen über Seen. Fast jedes kleine Dorf verfügt über einen mehr oder weniger großen See. Auch unser Dorf hat seinen eigenen See, der wegen seiner erhaltenen Natürlichkeit plus guten Größe plus bester Wasserqualität einen guten Ruf in der ganzen Gegend hat. 98% der Besucher bleiben allerdings in Ufernähe, so dass man als Schwimmer den Rest des Sees fast vollständig für sich hat.

Im ersten Sommer beäugte ich den See noch mit einer guten Portion Misstrauen. Ich meine, wer weiß, was da so alles rumschwimmt, in diesem See?! Fische ja schon mal auf jeden Fall, und da weiß man nicht so genau was die, wenn sie nur hungrig genug sind, mit einem anstellen! Aber auch anderes Getier tummelt sich natürlich in so einem Gewässer (z.B. schwimmende Schlangen, was ich aber zum Glück erst nach einigen Jahren sah!).

Andererseits, reizte mich das kühle Nass aber auch. Der Tag kam, an dem ich vorsichtig dann doch mal das Experiment wagte, und das war der Beginn meines Outdoor-Schwimmerinnen-Daseins. Inzwischen freu ich mich immer schon auf den Sommer, weil ich dann endlich wieder im See schwimmen kann. Hin und wieder beschleicht mich immer noch für Momente ein diffuses Unbehagen aber dann gelingt es mir, es zu verdrängen und mich lieber wieder auf die positiven Dinge zu konzentrieren. Auch andere Seen hier in der Umgebung habe ich mir inzwischen schon »erschwommen«. Was für ein herrlicher und vor allem kostenloser Luxus!

Kacheln zählen kann ich beim Schwimmen im See natürlich nicht, alternativ kann ich Bäume oder Wasservögel zählen, was auch schön ist. Bei einer See-Länge von 730 Metern und einer See-Breite von 370 Metern (Seetiefe bis zu 10 Meter) kann ich wunderbar meine Bahnen ziehen, je nach Tagesform. Bei mir fremden Seen bin ich immer noch etwas zurückhaltender, besonders, wenn sie flacher sind und es ordentlich Unterwasserpflanzen gibt. Das mag ich nämlich gar nicht, wenn da was an meinem Körper entlang streicht, und ich weiß nicht, was!

Schwimmen im See

Es ist wunderbar, wenn ich den See durchschwimme und ein oder zwei Haubentaucher begleitet mich mit etwas Sicherheitsabstand. Oder Familie Blässhuhn zieht an mir vorüber. Vater vorneweg, Mutter hinterher, evtl. ein oder zwei der Küken auf dem Rücken und dann noch zwei oder drei weitere Küken, die vorwitzig in meine Richtung paddeln, bis sie zurückgepfiffen werden. Oder auf dem Rücken schwimmend zuschauen, wie die Fisch- und Seeadler hoch über mir ihre Kreise ziehen.

Wenn ich im See schwimme, bin ich ganz bei mir. Mehr als irgendwo sonst. Ich kann loslassen, mich selbst, meine Ängste, Selbstzweifel, Ärger, Stress und was mich sonst alles gerade kopfmässig beschäftigt und das ist meist (zu) viel.
Ich liebe es, wenn es still wird in meinem Kopf und ich nur noch spüre. Meinen Körper, der durch das Wasser gleitet, das Wasser, das an meinem Körper perlt, den Wind der über meine Haut streicht.
Schwimmen im See, das ist eine Zuflucht für mich, ein Rückzugsort, an dem ich eine Pause nehmen kann von all den Eindrücken, die sonst auf mich einprasseln. Wenn ich ans Ufer zurückkehre bin ich innerlich geklärt und aufgeräumt, kann ich wieder freier atmen, bin mir selbst wieder ein ganzes Stück näher.

Die Bank am See

Ansonsten vertrete ich ja die Ansicht:
Wer Literatur (Bücher) und Schwimmen als feste und regelmäßige Bestandteile in sein Leben integriert hat, der ist auf eine sehr spezielle Weise ein glücklicher Mensch, egal was ihm das Leben sonst noch austeilen mag.

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Schöner Wassergymnastizieren

Ich hab Ihnen da was mitgebracht, spricht die Wassermitgymnastin und zieht aus ihrer kleinen Kühltasche diese Smarties-Blisterpackung hervor. Sie haben sich doch beim letzten Mal so hübsch zurechtgemacht mit Ihrem roten Lippenstift, als Sie noch weggehen wollten.

Jetzt warten Pandore, Wonderland, Aventure und Mirage auf mich. Die Überraschungen können kommen, ich wär dann mal so weit. Im Prinzip wäre mir gerade so nachAventure, aber auch gegen Wonderland hätte ich nichts einzuwenden – einmal en Français, einmal in English, bitteschön! Nur Mirage erscheint mir ein bisschen bräunlich, aber wer weiß, vielleicht entwickelt es sich im Winter, wenn ich wieder bleicher bin, zum Hit?

Überhaupt ist unsere Wassermitgymnastin Frau S. die Fürsorge in Person. In der Kühltasche steckt natürlich nicht vornehmlich die Lippenrotprobe aus dem Hause Dior, sondern vor allem eine kleine, gut gekühlte Mineralwasserflasche für unsere Physiotherapeutin. Die war lange krank, hatte sich eine Grippe eingefangen und schwächelt immer noch ein bisschen am Beckenrand herum, was bei schwülen 30 Grad Außentemperatur am noch wärmeren Therapiebecken gegen Tagesende kein Vergnügen ist. Ach, ich hab Frau M. auch letzte Woche schon Wasser mitgebracht. Da kann sie sich die Flasche zuerst an den Nacken halten zum Abkühlen und dann hat sie auch noch was Frisches zu trinken.

Auch für Strolchi, den Hund der Empfangsdame, hat Frau S. immer ein Leckerli dabei und der Arme ist ganz verstört, wenn Frau S. mal nicht da ist und versucht, uns andere anzustupsen und Naschkram zu erbeuten. Da sind wir aber alle nicht ausgestattet. Vor allem seit Frau S.’ Hund vor einigen Monaten angefahren wurde und verstarb, wird Strolchi mittwochs noch mehr bepuschelt als ohnehin …

Ich spotte ein wenig vor mich hin, dass Frau S. doch bestimmt die Kühltasche vor allem mitgebracht hat, um Strolchi frische, gut gekühlte Fleischhäppchen mitzubringen, aber das bestreitet Frau S. energisch. Ich bin mir aber sicher, dass dieser Tag auch noch kommen wird!

Sie sehen also, wir haben’s gut und machen es uns gut in unserem kleinen Rentner-Bootcamp, pardon: unserer Wassergymnastikgruppe. Ach ja, und unsere wöchentliche halbe Stunde im Becken mit dem eigentlichen Zweck der Veranstaltung, nämlich mit gepflegter Wassergymnastik in der Ausgabe Zirkeltraining, die haben wir selbstverständlich diszipliniert erledigt.

Erstveröffentlicht in ähnlicher Form, während hier noch das Wasser ins Becken eingelassen wurde, bei Frau Indica.

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Elbeschwimmen 2014 – Die Miz Kitty-Version

Wiedereinstieg

In Jahren mit besserem Trainingszustand, weil die Dame-Wasserstraße direkt vor dem Wohnzimmerfenster zum morgendlichen Schwimmen einlud und ich irgendwann vor Kondition nicht mehr wusste wohin, war ich bereits auf einigen Mittelstrecken-Schwimmen. Ich schwamm auf dem Müggelsee und auf dem Greifswalder Bodden und einmal auch so ganz für mich rund um den Stechlinsee. Forrest Gump lief, ich schwamm.
Dann war eine ganze Weile gesundheitsbedingte Zwangspause angesagt und ich traute mich nicht mehr so recht. Anmeldung, Startgeld, Wettbewerb, irgendwo hinfahren und dann womöglich doch an der Kondition zweifeln und nicht mitmachen oder – noch schlimmer – von der DLRG aus dem Wasser gezogen werden, das wollte ich mir nicht antun.
Nun gibt es aber in meinem Leben einen Mann, der mitschwimmt. Zum ersten Mal. Früher war ich mit meinem Hobby immer sehr allein, nun nicht mehr. Und so ereignete es sich, dass wir nach Dresden zum Elbeschwimmen fuhren. Ich war gern mit von der Partie, auch wenn ich eigentlich bis zum letzten Moment unsicher war, ob ich wirklich ins Wasser gehe, konnte ich doch an eine gute Tradition anknüpfen. Mein Großvater schwamm hier schon in den 20er Jahren. Die heutige Jugend hat als pubertäre Mutprobe S-Bahnsurfen, die jungen Rüpel aus Dresden-Leuben schwammen durch die Elbe und tauchten unter der Kette durch, die ein Dampfschlepper für einen Moment vom Flussgrund aus dem Wasser hob. Nicht ungefährlich, deshalb gab es hinterher, wenn es der Vater denn erfuhr, eine Tracht Prügel. – Das zum Kapitel „die heutige Jugend“ und „es wird immer schlimmer!“

Elbeschwimmen ist Spaß, kein Wettbewerb

Das war mir von Anfang an sympathisch. Da erobern Leute einmal im Jahr den Fluss, mit dem sie leben, der ihnen manchmal Drama und Hochwasser beschert und das Stadtbild unverwechselbar macht. Eine schöne Vereinigung mit der Natur.

Der Elbebogen bei Regen einen Tag später.

Der Elbebogen bei Regen einen Tag später.

Seit 1998 steigen die Dresdener hier in August ins Wasser und schwimmen vom Blauen Wunder bis zum Fährgarten Johannstadt. Die 3,5 km-Strecke nimmt einen weiten Flussbogen vor der Altstadt und führt an den drei Elbschlössern vorbei. Die Veranstaltung ist sehr unprätentiös und locker. Der Organisator Dr. Dietrich Ewers sammelt mit freiwilligen Helfern kurz vorher Geld zur Bezahlung der Sicherung vom Wasser her ein – das übernehmen Boote von der DLRG*, die Sachen werden einfach auf einen Transporter geworfen und in den Johannstädter Elbwiesen wieder abgeladen, die Schifffahrtsgesellschaften bekommen Bescheid, dass sie aufpassen sollen und die Wohnungsbaugesellschaft Johannstadt spendiert hinterher Bier und Bratwurst. Der Gemeinsinn trägt so etwas und das gilt sogar für die Rekordteilnehmerzahl von 1200 Menschen. Das Publikum ist volkssportgeprägt und kommt aus allen Altersklassen, die wenigen Fitnessposer gehen in den Wogen von freundlichen Waschbärbäuchen einfach unter.

Die Wasserqualität ist mittlerweile für einen großen Fluss sehr ok., die ganz üblen Industrie-Dreckschleudern sind schon seit Jahren außer Dienst gesetzt. Nur bei Hochwasser und Wolkenbrüchen ist das Wasser nicht sauber, weil es dann ungeklärt in den Fuß kommt bzw. alte Schlämme aufgewirbelt werden. Es ist braun und voller Sedimente, die Elbe trägt viel vom Riesengebirge, dem sie entspringt, mit sich. Was man noch wissen muss: Auch wenn ein großer Fluss mächtig aussieht, tief, reißend und gefährlich ist er meist noch lange nicht. Wir schwammen bei 1,10m Pegelstand (die Transportschifffahrt pausiert wegen zu geringer Wassertiefe) und moderater Strömung, da muss man sogar weit hineingehen, bis man nicht mehr stehen kann.

Flußschwimmen ist wie fliegen

Nachdem ich über die Steine der Uferbefestigung hineingestakst war und mich in bauchhohem Wasser in Schwimmlage begab, übernahm der Fluss die Regie. Schon bei Bewegungen, die einen lediglich über Wasser halten, haben Schwimmer das Tempo der Radfahrer vom Elberadweg nebenan. Als ich dann noch etwas durchzog, mich stach der Hafer, denn es fühlte sich an wie zu alten Zeiten, außerdem wollte ich aus einem engen Pulk Leute rauskommen, wurde ich richtig schnell. Die Geschwindigkeit reguliert sich außerdem dadurch, welche „Bahn“ man nimmt. Außen am Prallhang geht es schneller, innen am Gleithang schwimmt es sich gemächlicher, wird aber auch manchmal recht flach. Ich nutzte die Zeit im ersten Drittel der Strecke, um mich immer mal auf den Rücken zu drehen und zurück aufs Blaue Wunder zu sehen. Keine elegante Brücke, eher ein wunderliches, eisberghaftes Gebilde. Im zweiten Drittel, als es schnell an Weinbergen und den Schlössern vorbeiging, fühlte ich mich euphorisch, die Villenbesitzer staunten von oben die sonderbaren Wasservögel an, manchmal gelang ihnen sogar ein huldvolles Winken. Die Leute in den Schiffen, die vorbeikamen, freuten sich hingegen ein Bein ab und fotografierten, was das Zeug hält. Im letzten Drittel kam die Waldschlößchenbrücke und dann war es wichtig, ans linke Ufer zu schwimmen und das Tempo zu reduzieren, um den Ausstieg nicht zu verpassen. – Was ich hier gelernt habe: Mit dynamischen Wasser muss der Mensch kooperieren, es macht gar keinen Sinn, sich zu verausgaben, um exakt dorthin zu kommen, wo man will und wie man will, dann wird es nur gefährlich. Wenn man sich von der Strömung tragen lässt, ist es ein überwältigendes Gefühl.

Danach

Am Ufer erwartete uns ein Volksfest mit Rumtata, Hüpfburg und Zuckerwatte und die vietnamesische Community hatte den Ausstieg mit Lotusblüten und Ehrenjungfrauen dekoriert. Der Organisator und die Helfer ließen sich feiern.

Elbeschwimmen 2014

Dr. Dietrich Ewers und die Damen des vietnamesischen Begrüßungskommitees

Elbeschwimmen 2014

Ein freundlich hergerichtetes Ziel und „Ehrenjungfrauen“, die sich abkühlen

Wir duschten uns kurz ab, obwohl zumindest ich mich nicht sehr schmutzig fühlte, das ist in den Berliner Gewässern oft schlimmer, und feierten mit Bier, Bratwurst und Zuckerwatte ein wenig mit. An diesem Tag ertrug ich sogar das furchtbare Sing, mei Sachse, sing mit einem Lächeln. Ein T-Shirt bekamen wir leider nicht mehr, das hatten nur die bekommen, die schnell waren.

Der Weg zurück nach Loschwitz, wo wir logierten, war mit öffentlichen Verkehrsmitteln sehr umständlich zu erreichen. Das Elbetaxi, das am Steg lag, verlangte mit 10 € pro km einen Mondpreis (Begründung: das Anlegen wäre am Blauen Wunder so schwierig). Also liefen wir den Elberadweg zurück, ein warmer Sommerregen kühlte uns etwas ab, es war himmlisch.

*ich wurde per Kommentar freundlicherweise darauf hingewiesen, dass die freiwilligen Helfer von der Wasserwacht sind.

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Elbeschwimmen 2014 – Die Version von @graftypo

Elbeschwimmen-Dresden-01
Am letzten Sonntag nahmen Miz Kitty und ich am 17. Elbeschwimmen in Dresden teil. Etwa 200 Meter vom Blauen Wunder entfernt ging es mit 1235 anderen Schwimmbegeisterten ins Wasser, und wir ließen uns ca. 3,5 km im Elbestrom treiben. Ich sage Ihnen: einfach herrlich und nachahmenswert. Miz Kitty schreibt ebenfalls in der Freistilstaffel über dieses Ereignis, so dass Sie gleich zweimal dazu lesen können.

Die Idee
Den Plan, an einem Elbeschwimmen teilzunehmen, habe ich schon etwas länger, genau seit einem Sommersonntag 2010. Miz Kitty und ich, wir waren uns damals noch nicht begegnet. Ich nahm – eben noch in anderer Lebenssituation – oft an Volkslaufveranstaltungen teil und fuhr zudem ausgiebig Fahrrad. So auch an diesem Sonntagnachmittag. Es sollte von Torgau bis kurz vor Meissen gehen, immer an der Elbe entlang. In Strehla wollten wir per Fähre auf die andere Seite übersetzen. Diese pausierte jedoch erst einmal eine Stunde.
Ein ganzer Pulk Menschen hüpfte hier gerade ins Wasser und schwamm mit dem Strom, um nach einigen hundert Metern stromabwärts wieder auszusteigen. Es war gerade das Elbeschwimmen in Strehla. Diese gut gelaunte Ost-Mischung von jung bis alt begeisterte mich als West-Kind der 70er. Unkompliziert stiegen sie alle in den Strom, dabei auch eine ganze Reihe, die die 70 schon überschritten hatten sowie Großeltern mit ihren Enkeln. Am liebsten wäre ich mitgeschwommen.

Vier Jahre später
Die nicht schwimmaffine Fahrradbegleitug vom Elberadweg wohnt längst in München. Miz Kitty hat einen festen Platz in meinem Leben eingenommen, und vor allem hat sie mich dazu gebracht, dass ich das Schwimmen wieder entdeckte. Ab und zu schwimmen wir längere Strecken. Freilich, da war doch die Erinnerung an dieses Elbeschwimmen. Im letzten Jahr hatte ich schon einmal danach gegooglet, wo es überhaupt ein Elbeschwimmen gibt. Aber es passte terminlich nicht.
Dieses Jahr jedoch, am 3. August, das ließ sich gut mit Urlaub und Arbeit vereinbaren. Dazu noch in Dresden, der Stadt, zu der Miz Kitty familiär eine besondere Beziehung hat. Also machten wir am letzten Wochenende im Gästehaus Loschwitz Station. Diese Unterkunft ist recht zentral an der Loschwitzer Elbseite in der Nähe des Blauen Wunders gelegen und vielleicht ein Tipp, falls Sie zum nächsten Elbeschwimmen eine Budget-Herberge im Elbflorenz suchen. Ein Vorteil ist nämlich, dass Sie den Start zu Fuß vom Gästehaus erreichen können.

Los geht’s
Sonntagmorgen, kurzes Frühstück, Badehose an. Kleine Tasche mitgenommen, in der später Hemd, Hose und Flipflops verstaut werden. Wir laufen über das Blaue Wunder zum Blasewitzer Ufer. Schon von der Brücke ist der Start zu erkennen. Da ist er wieder, dieser mir von vielen Volkslaufveranstaltungen wohl vertraute Klang des Megaphons. Der Veranstalter Dr. Dietrich Ewers erklärt die Einzelheiten des Elbeschwimmens. Klar, wenn der Schaufelraddampfer kommt, zur Seite schwimmen. Sonst »gibt’s Rippchen«, sagt er. Wir begeben uns in diesen Pulk der Schwimm- und Elbebegeisterten. Dazwischen einige kostümiert, z.B. zwei als Rockmusiker im roten und grünen Ganzkörperanzug verkleidete Herren mit aufblasbarer E-Gitarre. Die Stimmung ist wie Jahre zuvor in Strehla, einem anderen, weniger mondänen Elbort. Déjà-vu. Diese, ich nenne sie mal etwas ostige Unkompliziertheit, eben so ganz ohne Charlottenburger oder Prenzl’berger Verhaltensparadigmen. Der Bauch gehört wie selbstverständlich zur Badehose und auf die neueste Bademode achtet man sonstwo. Für Selbstdarsteller und eitle Menschen, die mit ihren Körperlichkeiten kokettieren, ist es nicht das richtige Event, dieses Elbeschwimmen. Das ist sehr gut so, das mag ich sehr.

Schwimmen, treiben, Blaues Wunder, schön wie Blankenese
Nach einem Obolus in die Spardose für Helfer und Organisation geht’s ins Wasser. Steinig, jedoch mit etwas Fußspitzengefühl kein Problem. Wir lassen uns treiben und schwimmen mit dem Strom. Dazwischen immer mal wieder kurz auf dem Rücken schwimmen und den genialen Blick auf das Blaue Wunder genießen. Links die Johannstädter Elbwiesen und rechts die Albrechtsschlösser mit Weinbergen und Villen am Hang. Herrlich.
3,6 Kilometer sind es vom Start bis zum Ziel, das am Fährgarten Johannstadt ist. Freilich, man muss keine 3,6 km schwimmen können. Man kann sich im Grunde genommen im Elbestrom treiben lassen und kommt zum Ziel. Alle schwimmen natürlich trotzdem etwas. Zweimal müssen wir auf die linke Stromseite, um entgegen kommende Ausflugsschiffe passieren zu lassen, eines davon ein traditioneller Elbe-Schaufelraddampfer. Und, Sie ahnen es schon, »Rippchen« gab es nicht.

Wer zu schnell schwimmt, den bestraft der Genuss.
Das Dresdner Elbeschwimmen ist ein Volksschwimmen ganz ohne Wettkampfcharakter. Verbissene Schwimmer mit nummerierten Badekappen suchen Sie hier vergeblich. Im Gegenteil. Als Miz Kitty und ich kurzzeitig etwas schneller wurden und einige Schwimmer überholten, zogen wir eindeutige Blicke auf uns, nach dem Motto: »Wie? Ihr wollt schneller schwimmen, dann könnt Ihr Landschaft und Atmosphäre doch nicht so lange genießen!« Richtig so. Wir reduzierten und schwammen langsam im Strom mit.
Zur Wasserqualität der Elbe in Dresden kann ich nichts negatives sagen. Klar ist jedoch, dass in einem fließenden Gewässer mit recht großer Strömung, das zudem von Schiffen befahren wird, immer etwas Schwebstoffe enthalten sind. Das ist ungefährlich und ganz normal, bedingt jedoch, dass das Wasser nicht gebirgsbachklar ist.

Bratwurst, Freibier, Sonnenliege
Am Fährgarten Johannstadt stieg der Schwimmer-Strom nacheinander aus dem Wasser. Schnell waren die per LKW zum Ziel transportierten Taschen gefunden und nach einer durch die Dresdner Wasserwerke bereitgestellten Freiluft-Dusche wurde die Badehose mit Zivilkleidung getauscht. Am Ziel fand gerade das Johannstädter Elbefest der Wohnungsgenossenschaft Johannstadt statt und alle Schwimmer bekamen Bratwurst und Freibier. Miz Kitty war ganz angetan von den Damen der Vietnamesischen Community und hat einige Fotos von ihnen, zusammen mit dem Veranstalter, gemacht.

Das 18. Elbeschwimmen
kommt bestimmt. Im Sommer 2015. Mein Tipp: Hinfahren, mitschwimmen, genießen. Vielleicht treffen wir uns im nächsten Jahr?

Sterne
Fünf von fünf.

Fotos
Leider sind es nur Handy-Fotos, aber die Stimmung wird ganz gut wiedergegeben:
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Von der Brücke (Blaues Wunder) sind sie schon zu sehen, die Elbschwimmer.

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Gleich sind wir auch dabei.

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Ein Blick vom Start Richtung Blaues Wunder (später aufgenommen)

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Vorbei an Schlössern und Weinbergen lassen wir uns im Strom treiben. Ein Elbdampfer kommt vorbei. (Bilder später aufgenommen)

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Blick vom Ziel auf Frauenkirche und Altstadt

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Erst einmal Freibier und Bratwurst

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Das Beweisfoto. Wir waren da und sind angekommen.

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Auch die Rockmusiker sind angekommen und erfreuen sich am Bier

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Volksfeststimmung mit Blick auf die Frauenkriche

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und natürlich…, Twitter und Facebook darf auf der Sonnenliege nicht fehlen.

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Mitschwimmerinnen

Was uns das Schwimmen bedeutet. Wo, wie und warum auch immer. Das Team der Freistilstaffel stellt sich vor:

Frau Kaltmamsell von der Vorspeisenplatte:

Schwimmen ist für mich Leichtigkeit und Körperbeherrschung: Mit verminderter Schwerkraft ist mein Körper so viel mehr, wie ich ihn gerne hätte. Beim Schwimmen, beim kraftvollen Gleiten durch Wasser, fühle ich mich, als hätte ich eine Superkraft. In der Freistilstaffel sehe ich den Raum, in dem diese ganz eigene Welt des Schwimmens stattfindet – mit Wasser, Becken, Gewässern, Mitschwimmern, Ausstattung. Sie wird schon deshalb zu mir passen, weil Schwimmen ohne Wettkampfziel zu den uncoolsten Bewegungsformen überhaupt zu zählen scheint.

Frau Isabella aus den Donnerhallen:

Schwimmen heißt für mich: Unversehrtheit. Auf dem Land spüre ich bei jedem Schritt eine kleine, aber merkbare körperliche Unzulänglichkeit, weil das eine Bein nicht so will wie es soll. Im Wasser ist das vollkommen egal. Ich bin schwerelos, schmerzfrei und ganz bei mir. Das ist ohnehin das wundervolle am Wassersport – ob man will oder nicht, schwimmen tut man doch allein. Sozialverträgliche Introvertiertheit durch sportliche Betätigung. Andere gehen meditieren, ich kämpfe mich zur Mitte des Sees und bleibe einfach dort. Fluides Nirvana. Die Freistilstaffel ist das Gegenteil zur paddelnden Einsamkeit. Ein Anknüpfpunkt für Gleichgesinnte Wasserratten. Ein Platz, so uncool wie das Kinderbecken, um sich über die Feinheiten, die Geschichten und alles drumherum auszutauschen. Auch eine Motivation zur Auseinandersetzung mit körperlicher Betätigung jenseits von Wettbewerb und Fitness-Wahn. Freistil eben.

Frau Indica:

Ich mag die Eleganz und Schönheit des Schwimmens. Wenn Atemzüge und Bewegungen miteinander laufen, ist das für mich Harmonie und Entspannung. Ich bin bekennende Kachelzählerin; der begrenzte Raum von Becken und Bahnen gibt mir Blindfisch Sicherheit und Orientierung. Nach den ersten tausend Metern ist das Schwimmen reine Meditation und am schönsten abends in einer dunklen Halle mit Unterwasserbeleuchtung – da fühle ich mich wie ein großer, eleganter Fisch im Wasser und bin einfach nur glücklich. Meine etwas neuere Leidenschaft ist die Wassergymnastik, der ich in meiner Rehasportgruppe, dem so genannten „Rentner-Bootcamp“, gesundheitsbedingt, jedoch mit großem Vergnügen nachgehe. Die Erlebnisse mit Mitschwimmern und vielfältigem Spielzeug sind ein ganz eigenes Erlebnis im Warmwasserkosmos!

Kitty Koma:

Seit ich als Siebenjährige ein Wochenende lang einen Pool für mich allein hatte, mag ich die Existenz als Wesen zwischen Mensch und Fisch. Mein Schwimmstil mag einen Hund jammern, aber ich erreiche damit ein ganz beachtliches Tempo und lange Strecken in Flüssen, Seen und auf dem Meer haben es mir angetan. Dann werde ich eins mit der Natur und habe mitunter Begegnungen mit neugierigen Enten und Fischen. Das Wasser darf auch kalt sein, denn ich tauche bei fast jeder sich bietenden Gelegenheit ein – und wenn es nur kurz, weil November ist. Mein Blutdruck dankt es mir, ein so erfrischendes Hallo-wach-Gefühl kann Stunden vorhalten.

Frau Liisa von Charming Quark:

Schwimmen bedeutet für mich vor allem Ruhe und Balance. Wenn ich im See schwimme, bin ich ganz bei mir. Mehr als irgendwo sonst. Ich kann loslassen, mich selbst, meine Ängste, Selbstzweifel, Ärger, Stress und was mich sonst alles gerade kopfmässig beschäftigt und das ist meist (zu) viel. Ich liebe es, wenn es still wird in meinem Kopf und ich nur noch spüre. Meinen Körper, der durch das Wasser gleitet, das Wasser, das an meinem Körper perlt, den Wind der über meine Haut streicht. Schwimmen (besonders im See), das ist eine Zuflucht für mich, ein Rückzugsort, an dem ich eine Pause nehmen kann von all den Eindrücken, die sonst auf mich einprasseln. Wenn ich ans Ufer zurückkehre bin ich innerlich geklärt und aufgeräumt, kann ich wieder freier atmen, bin mir selbst wieder ein ganzes Stück näher. In der Freistilstaffel freue ich mich über den Austausch mit anderen, für die das Schwimmen einen ähnlich wichtigen Platz im Leben einnimmt.

GrafTypo von den netznotizen

Schwimmen ist für mich nicht nur eine Form des leichteren Seins, sondern ähnlich wie Zeichnen eine elementare Kulturtechnik. Bei jedem Wassersport hilft es, schwimmen zu können. Große Flüsse kann man mit dieser Technik überqueren. Wenn man schwimmen kann, reduziert sich »ins Wasser fallen« von gefährlich auf unangenehm.
Seit meinem fünften Lebensjahr schwimme ich. Freilich nicht regelmäßig, aber es fällt mir wie alle Fortbewegungs-Sportarten nicht schwer. Während meiner Hamburger Zeit fuhr ich Kanu und segelte. Schwimmen liegt da nicht fern, badet man doch oft nach Kanufahrt oder Segeltour. Familiär und interessenbedingt stagnierten Wassersport und Schwimmen zugunsten von Laufen, Marathon und Fahrradtouren, nachdem ich vor 17 Jahren nach Berlin zog. Vor drei Jahren habe ich es dann wieder entdeckt, zu schwimmen. Gern und oft schwimme ich im Sommer, meist längere Strecken. Da Schwimmen im Gegensatz zu Baden für mich etwas mit Fortbewegung zu tun hat, schwimme ich gerne mit einem konkreten Ziel, z.B. quer oder längs durch einen See.

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Angetreten in der Freistilstaffel über 6×100 Meter Lagen sind: Frau Kaltmamsell, MizKitty, Frau Indica, Frau JournelleFrau Donnerhallen und GrafTypo. Wegen ihrer Einzelleistungen auf der 3.000-Meter-Kraul-Distanz eröffnet Kaltmamsell die länderübergreifende Staffel auf der für sie ungewohnten Kurzstrecke. Flussschwimmerin MizKitty übernimmt nach dem ersten Wechsel und übergibt sofort an Frau Indica, die in Rekordgeschwindigkeit Kacheln wegzählt. In Bestform aus dem Trainingslager zurückgekehrt, erweitert Frau Journelle den Vorsprung der neuen Staffel. Frau Donnerhallen legt mit Schwerelosigkeit für den Schlusssprint vor. Schließlich bringt GrafTypo den Sieg für die neue Freistilstaffel nach Hause.

28 Stunden! Neuer Rekord für die Gründung eines kollaborativen Schwimmblogs!
Jubel am Beckenrand und auf den Rängen.

Denn das gab es noch nie: Einen Tag und ein bisschen brauchte es von der twitterisierten Frage „Und gibt es gute Schwimmblogs?“ von @Journelle bis zur Freischaltung von freistilstaffel.de. Herr Giardino warf den Namen ins Wasser; Herr Dentaku setzte sich als Schwimmmeister ein und organisierte Becken, Leinen und Startblöcke. Auf der Mannschaftsbank am Beckenrand warten Frau Croco und Frau Liisa noch auf ihren Einsatz. Herr Giardino wird in wichtigen internationalen Wettkämpfen Zeitnehmer sein. Frau @Adelhaid schwenkt zum Anfeuern auf den Tribünen die Fähnchen.

Das Team der Freistilstaffel hat sich vorgenommen, seinem Namen alle Ehre zu machen: Aus Spaß am sportlichen Schwimmen in allen Wassern und Disziplinen springen wir nach Lust und Laune in dieses Blogbecken. Und wo Freistil draufsteht, steckt auch viel Freiheit drin: Manche zählen am liebsten Kacheln im Becken, andere die Vögel an See- und Flussufern. Die einen sind Kurzbahn, die anderen schwimmen Langstrecke. Es gibt die Kultur-Schwimmer ebenso wie die Wassergymnasten. Freuen Sie sich also mit uns auf alles, was wir hier in loser Folge an Text, Bild und Ton ins Wasser werfen!

Ach so, natürlich nicht zu vergessen: Weitere Mitschwimmerinnen sind jederzeit willkommen! Als Gastschwimmerinnen ebenso wie als feste Staffelmitglieder. Eine Eintrittskarte bekommen Sie unter bademeister@freistilstaffel.de.

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