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Der Steinsee

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Nach 8 h Bahnreise kam ich neulich nach Hause mit dem dringenden Bedürfnis, nochmal meine Muskeln zu gebrauchen und mich etwas zu erfrischen. Es war wieder richtig warm geworden, so beschloss ich, schwimmend Abschied vom Sommer zu nehmen. Im Steinsee.
Der Steinsee wird auf der Website des zugehörigen Restaurants als einer der wärmsten Badeseen Bayerns beworben. Er zählt als Geheimtipp für Ausflügler, vorallem Radfahrer. Er liegt in Moosach, östlich von München im Landkreis Ebersberg.

Familienbad
Von der einen Seite erhält man Zugang zum Familienbad. Der Eintritt kostet für Erwachsene 4 Euro, für Kinder ab 6 Jahren 2 Euro. Glaubt man der Beschreibung auf der Website, gibt es eine tolle Strandbar und einen zugehörigen Biergarten. Diese Seite des Steinsees habe ich noch nicht kennengelernt, aber nichts Negatives gehört.

Badestelle
Auf der anderen Seite des Familienbades befindet sich eine frei zugängliche Badestelle. Man erreicht sie, indem man am Reiterhof vorbei ca 800 m einem schmalen Weg durch die angrenzenden Felder folgt. Das sind die beiden einzigen zugänglichen Stellen zum See, der Rest ist Uferschutzzone, die nicht betreten werden darf. Die Badestelle ist sauber, der Zugang zum Wasser flach und gut begehbar. Es gibt einen Steg und genügend Bäume.

Abendschwimmen
Ich nutze meist die Abendstunden zum Schwimmen im Steinsee. Abends treffen sich je nach Uhrzeit und Wochentag entweder Gruppen von jungen Menschen, die noch beisammen sitzen wollen, Radfahrer, die eine Abkühlung suchen oder Spaziergänger, die gezielt zum See laufen. Abends hüpft man auch schnell mal nackt ins Wasser uns dreht seine Runden durch das weiche, sonnenwarme Wasser. Und so war es neulich. Es waren doch noch recht viele Menschen unterwegs, aber alle sind bemüht, sich gegenseitig nicht zu stören. Im See gibt es mehrere Rettungsbojen zum Festhalten und Ausruhen, sodass man von einer Boje zur anderen den ganzen See durchschwimmen könnte. Ich genoss es sehr, meine Bahnen durch das kühle und stellenweise warme Wasser zu ziehen. Vor mit der Sonnenuntergang und hinter mir der aufgehende honiggelbe Vollmond. Über mir jagten Fledermäuse, unter mir schwammen Fische, die ab und zu an die Wasseroberfläche kamen und Blasen hinterliessen. So ein wunderbares Naturschauspiel, und ich mittendrin.

 

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Komponententrennung und Bäderpolitik

Mein Reden. Ein anderes Bäderkonzept muss her. Da traut sich aber in Berlin keiner so recht ran. Anna Sauerbrey hat sich im Tagesspiegel damit befasst.

Ich bin ja grundsätzlich eine Freundin der Komponententrennung, Claudia Keller aus Gründen ebenso. Sie erläutert in einem früher erschienenen Artikel ebenda, warum Kampfschwimmer und badehaubte Omas getrennt gehören. Und ja, manchmal ist Abreißen und Neubauen sicher die bessere Lösung.

Ich für meinen Teil gehe gleich nachgucken, wer und was sich auf den Schwimmerbahnen im Stadtbad Tiergarten so tummelt – es ist nämlich eines der wenigen Hallenbäder, die relativ durchgängig über den Sommer geöffnet waren. Aus dem Stammbad des Freundinnenschwumms gibt’s erst in zwei Wochen wieder was zu lesen. Am Heidelberger Platz in Wilmersdorf ist sonntags erst wieder ab 16. September geöffnet. Gnarf.

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Schwimmabzeichen für Erwachsene

Die Jugendschwimmabzeichen sind, zumindest mir als Mutter, recht bekannt. Die Minis starten mit dem Seepferdchen, oft im Rahmen eines Schwimmkurses. Danach haben sie die Möglichkeit, sich von Bronze zu Gold durch die verschiedenen Schwierigkeitsstufen hochzuschwimmen. Diese Möglichkeit bieten Schwimmkurse für Kinder oder Vereine. Die Wasserwacht gibt eine gute Übersicht, was alles verlangt wird zu den einzelnen Schwimmstufen.

Neu dazu gelernt habe ich, daß es auch für Erwachsene (ab 18 Jahren) den Deutschen Schwimmpass mit den Schwimmabzeichen in Bronze, Silber und Gold gibt. Wie auch bei den Kindern, dient er als Nachweis für die Fähigkeit zu Schwimmen. Von der Website der deutschen Wasserwacht habe ich zusammengetragen, was man für das entsprechende Abzeichen können sollte.

Bronze

  • Sprung vom Beckenrand und anschließend 200m Schwimmen in hoechstens 7 Minuten
  • Kenntnis der Baderegeln

Silber

  • Sprung vom Beckenrand und 400m Schwimmen in höchstens 12 Minuten
  • zweinmal ca. 2m Tieftauchen mit Heraufholen je eines Gegenstandes
  • 10m Streckentauchen
  • 2 Sprünge vom Beckenrand: je ein Sprung kopf- und fusswärts
  • Kenntnis der Baderegeln und Selbstrettung

Gold

  • 1000m Schwimmen in höchstens 24 Minuten (Männer) bzw. 29 Minuten (Frauen)
  • 100m Schwimmen in höchstens 1:50 Minuten (Männer) bzw. 2:00 Minuten (Frauen)
  • 100m Rückenschwimmen, davon 50m mit Grätschschwung ohne Armtätigkeit
  • 15m Streckentauchen
  • Tieftauchen mit Heraufholen von drei kleinen Tauchringen aus einer Tiefe von etwa 2m innerhalb von 3 Minuten in Höchstens 3 Tauchversuchen
  • Sprung aus 3m Höhe oder 2 Sprünge aus 1m Höhe, davon je ein Sprung kopf- und fusswärts
  • 50m Transportschwimmen: Schieben oder Ziehen
  • Nachweis folgender Kenntnisse: Baderegeln, Hilfe bei Bade-,Boots- und Eisunfällen (Selbstrettung und einfache Fremdrettung)

Noch nicht so klar ist mir jedoch, wie man die Abzeichen erwerben kann. Gibt es Erwachsenenschwimmkurse dafür? Gehe ich einfach zum Bademeister eines Schwimmbades und bitte ihn, mit mir das Ding durchzuziehen? Trete ich einem Verein bei? Vielleicht kann ich das noch in Erfahrung bringen und Nachtragen.

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Mein Schwimmunterricht in der DDR

Schwimmunterricht

Schwimmunterricht gehörte bei mir ab der 3. Klasse zum Stundenplan dazu. Ich bin auf dem Land groß geworden, unsere Gemeinde hatte keine eigene Schwimmhalle. Also fuhren wir zum Schwimmen mit dem Bus in die Schwimmhalle der Kreisstadt. Die Schwimmhalle war klein und verfügte damals nur über ein Becken mit 25 Meter Bahnen. Mittlerweile ist sie saniert und etwas umgebaut worden, ich war seit dem jedoch noch nicht wieder dort.

Wir Kinder wurden in Schwimmer- und Nichtschwimmer eingeteilt. Ich war in der Nichtschwimmer-Gruppe. Ziel war, das Schwimmen zu erlernen, was mit dem Schwimmabzeichen/Urkunde bestätigt wurde. Ich erinnere mich, daß wir uns an den Rand setzen mussten und der Schwimmlehrer uns mit einem beherzten Handschlag begrüßte und dabei ins Wasser zog. Heute funktioniert das anders. Es gab Kinder, die fanden das gar nicht lustig. Es gab Schwimmgürtel für jene, die sich gar nicht über Wasser halten konnten. Ich erinnere mich ausserdem vage an so auf Styrofoam schwimmende Stangen, an denen man sich festhalten konnte. Für das freie Schwimmen jedoch lief der Schwimmlehrer am Rand neben dem Becken her und hier eine Stange auf Armlänge vor uns Schwimmanfänger, an der wir uns im Falle von Schwäche festhalten konnten.

In meiner Zeichenmappe habe ich ein Bild gefunden, daß den Schwimmunterricht gut illustriert. Im März 1987 war ich 9 Jahre alt. Ich bin das Mädchen, was freudestrahlend ganz vorn im Bild von ihrer Schwimmbahn zurückläuft. Ich hatte Spaß am Schwimmen. So ging das: reinspringen, eine Bahn schwimmen (oder so weit man kommt), wieder rauskommen, zurücklaufen und hinten anstellen für die nächste Bahn. Eine Bahn, die vordere, gehörte uns Nichtschwimmern, im restlichen Becken sieht man die Schwimmer ihre Bahnen ziehen (die Bahn war eigentlich durch ein Seil abgegrenzt). Ein Kind trägt einen Schwimmgürtel. Wir trugen Badekappen! Das war Pflicht.

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Im Laufe des Schuljahres erlernte ich Schwimmen, erreichte die Schwimmstufe G (Grundstufe) und mochte es, im Wasser zu sein. Die Grundstufe sagte aus, daß man 100 Meter Brustschwimmen kann. Der Schwimmunterricht ging nur ein Schuljahr lang. Später trat ich in den Schwimmverein ein und trainierte dort auf der langsamsten Bahn. Ich erreichte trotzdem die anderen Schwimmstufen LS 1-3 (Leistungsstufe 1-3).

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Schwimmen durch München: Sommerbad Georgenschwaige

Es ist August, und ich mache mich nochmal zu einem Freibadschwumm auf – ich weiß, dazu muss man schon ein harter Hund sein, doch ich sehe mich im Team Pippi, nicke innerlich den Eischwimmerinnen in Wladiwostok zu und radle mit einem piratischen HARRRRRR! hinaus nach Schwabing (was für ein Dreckssommer).

Über das Sommerbad Georgenschwaige hatte ich gelesen, es sei ein sehr schlichtes Bad und werde deshalb vor allem von Schwimmern genutzt. Müsste also genau meine Kragenweite sein.

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Bei meiner Ankunft (es gibt einen eigenen, großen Fahrradparkplatz) ist das Kassenkämmerchen unbesetzt. Doch ein Herr in blauer Latzhose und schwimmbadgrünem Stadtwerke-Polohemd, der gerade mit Gerät beschäftigt ist, sieht mich und eilt herbei. Er lädt meine Bäderkarte mit frischem Geld auf und erklärt mir in freundlichem Bayrisch sowohl die Lage der verschiedenen Einrichtungen als auch, dass ich für den Spind eine Euromünze brauche.

Die Georgenschwaige hat ein luftiges Gebäude mit Schönwetterumkleiden und ein rundum verglastes mit Sammelumkleide und Duschen, das gerade auf Temperaturen geheizt ist, als müsse man tatsächlich Wladiwostoker Eisschwimmerinnen aufwärmen.

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Als Münchnerin bin ich gewohnt, dass öffentliche Einrichtungen gepflegt sind und funktionieren. Deshalb verdutzt mich sehr, als ich Kleidung und Duschausstattung zweimal versetzen muss, bis ich einen unkaputten Spind habe.

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Das Becken ist gemauert (also kein Kachelzählen möglich), die wenigen Nutzerinnen und Nutzer kennen einander offensichtlich: Es wird gegrüßt und geratscht. Die Zusammensetzung erinnert mich an die Schwimmerlebnisse während meines Studiums: Hauptsächlich Rentner und Rentnerinnen jeglichen Formats. Doch das scheint mit der Auslegung des Schwimmbeckens zu tun haben: Es ist zwar 50 Meter lang, doch es gibt keine abgeteilte Bahn, trainierende Sportschwimmer wird man hier wohl nicht sehen. Dennoch kann ich problemlos Bahnen schwimmen, die meiste Zeit sind wir unter sich verdüsterndem Himmel zu zweit oder zu dritt im Wasser. Nur gegen Ende muss ich auf einen Herrn achten, der beim gemächlichen Froschrückenschwimmen (so nenne ich hiermit den Stil, der in Rückenlage Brustbeinschlag mit Armwedeln unter Schulterhöhe verbindet) ein Drittel des Beckens kreuzt.

Beim Duschen (es gibt keine Duschen am Becken selbst) sehe ich mich im Umkleidegebäude genauer um: Es scheint ernsthaft auf Rollstuhlfahrerinnen ausgelegt, mit eigenem Duschbereich, eigener Toilette, eigener Umkleide.

Fazit: Bei schlechtem Wetter ist die Georgenschwaige durchaus zum Schwimmen geeignet, doch bei auch noch so geringem Badebetrieb kann ich mir ungestörtes Bahnenziehen nicht vorstellen.

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In warmen Wassern

Ich habe mich unlängst über Wassertemperaturen und das subjektive Empfinden derselben in Schwimmbädern für Schwimmer ausgelassen. Es ist aber auch nicht einfach. In meinem liebenswerten Rentner-Bootcamp (aka: Wassergymnastik-Rehasportgruppe in der ich mit meinen 49 Jahren unsere Jüngste bin) ist sie ein konstant wichtiges Thema. Alle sagen, dass es heute kalt im Becken ist, ist der Standardspruch und Wasserstandsbericht aus den Vorgängergruppen, wenn ich als unsere Jüngste und Letzte unter der Frauendusche einfalle.

Nun hat das Therapiebecken, das wir mit unserer Rheuma-Liga-Truppe nutzen, zumeist die versprochenen 32 Grad. Das ist auch ganz prima, wenn man Rheuma oder Schmerzen hat, denn dann entspannen sich die Muskeln bei den Übungen im warmen Wasser. Da ich selbst meist am Vortag in der medizinischen Muckibude trainiere, freue ich mich auch immer über den Anti-Muskelkater-Effekt, wenn ich mal wieder etwas hart geübt habe.

Gestern jedoch: große Krise! Noch nie war das Wasser so kalt! Ja, es war etwas frischer als sonst und mir persönlich damit sehr angenehm. Ich bin ja inzwischen doch sehr fit und könnte auch längst anstrengendere Aqua-Fitness in einem tiefen Kaltwasserbecken machen. Aber ich mag meine Rentnertruppe so gern und ein bisschen softes Entspannungssporteln tut mir immer gut. Außerdem bin ich dankbar und unheimlich froh – die Wassergymnastik war mit der Anfang zur Besserung meiner Meniskusprobleme. Ich erinnere mich noch genau, wie das war, als ich kaum die Treppe ins Bewegungsbad herunterkam und nicht daran zu denken war, meine Hacke beim Gehen an den Popo zu ziehen. Tempi passati; glücklicherweise, aber ich bin immer noch dankbar.

Die Ferien-Ersatz-Physiotherapeutin scheucht uns in ihrer jugendlich unbekümmerten wie energischen Art an den Poolnudeln durchs Wasser. Viel Hoppedihe, sehr gut! Meine Mitsportlerinnen sind ja muntere 59 bis 85 Jahre alt und ich freue mich, dass ich einfach eine Runde schneller rauf und runter treten oder fahrradfahren kann. Wird auch mir warm dabei.

Aber es ist so furchtbar kalt! Es hört gar nicht mehr auf mit den Klagen. Die Physiotherapeutin fängt das ab mit: Das Wasser hat genau 31,5 Grad heute. Ich finde es super, der Großteil meiner Combo zieht sich aufs theatralische Klagen zurück und Herr R. probiert es mir gegenüber auch mal mit dem Klassiker: Ich bin 82, kommen Sie erst mal in mein Alter. Dann finden Sie das auch kalt! Hey, das funktioniert wohl auch immer mit diesem Totschläger – bei meiner Oma noch im zarten Alter von 96 ihren dann doch sehrsehr erwachsenen Töchtern gegenüber vorgetragen mit dem Zusatz: … in das gewisse Alter! Also antworte ich ebenso klassisch: Ich bin immerhin schon fast 50. Da darf ich das Wasser zu warm finden, das ist auch das Alter dafür!

Ich nehme es als Scherz und freue mich über das endlich einmal mir nicht viel zu warme Wasser. Aber von hinten nähert sich unsere Zweitjüngste dem Beckenrand und legt ihre Poolnudel nach nur einer Viertelstunde nieder. Ich muss leider gehen; ich kann meine Muskeln nicht mehr bewegen. Sie hat Weichteilrheuma, ist Schmerzpatientin und bräuchte tatsächlich mindestens 33 oder 34 Grad Wassertemperatur, damit das für sie funktioniert. Ich schäme mich ein bisschen für meine Flapserei und bin sehr, sehr dankbar, dass ich mich – „nur“ verunfallt damals und nicht chronisch krank – so problemlos, inzwischen schmerzfrei und ohne auch nur darüber nachzudenken wieder bewegen kann. Egal bei welcher Temperatur.

Denn ein großes Problem in Berlin – und meines Wissens nicht nur dort – ist es, dass Bewegungsbäder in großer Zahl geschlossen wurden. Waren es vor zehn Jahren noch 70 Therapiebecken mit den benötigten Temperaturen über 30 Grad, sind es heute gerade mal noch 48, wie man hier nachlesen kann. (Das ist zwar ein etwas älterer, bezahlter Beilagen-Artikel, aber ich weiß es auch aus der Rheuma-Liga Berlin selbst, das das wirklich so ist.) Therapiebecken mit hohen Temperaturen sind nämlich teuer und die Krankenkassen rechnen nur noch Fallpauschalen ab; das lohnt sich also bei enorm gestiegenen Betriebskosten oft nicht mehr für die Betreiber.

Ich hätte gern ein bisschen mehr in unserer halben Wassergymnastikstunde geschwitzt, wenn es meiner Mitsportlerin gut getan hätte. Für mich ist es nur eine Entspannungssportstunde, für sie eigentlich dringend notwendige Erleichterung. Vielleicht nächstes Mal wieder, bei den zugesagten und eigentlich auch sonst immer vorhandenen 32 Grad. Ich werde ganz bestimmt demütig und dankbar, dafür wie gut es mir doch geht, meine große Klappe halten.

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Schwimmbadttest / Marzahn

Ungewöhnliche Zeiten erfordern ungewöhnliche Maßnahmen. Es ist Sommerferien und schon kann keiner mehr hingehen. Viele Hallenbäder sind zu oder haben komische Öffnungszeiten. Freibäder mag ich mitten in Berlin so gar nicht und an diesem Tag führen mich meine Wege ohnehin in den nördlicheren Osten, so dass ich einen Ausflug nach Marzahn mache.

Jawohl. Eine Kreuzbergerin mit Lieblingsbad SSE (Prenzlauer Berg) und ersatzweise dem schön kühlen Stadtbad Tiergarten (Grobe Verunreinigung/Moabit) nutzt die automobilen Möglichkeiten und so schunkele und staue ich mich auf der Landsberger Allee sehr stop&go gen Märkische Alle und Helene-Weigel-Platz. Dennoch: Es ist so schönes Sommerfeeling! Ich mache einen regelrechten Ausflug in den Osten. 13 Kilometer für einen Schwumm. Luxus!

Die Schwimmhalle Helmut Behrendt ist praktisch direkt hinterm S-Bahnhof Springpfuhl gelegen; man könnte also auch ohne Auto hinkommen, was aber von mir, von Kreuzberg aus, eine Weltreise wäre. Ist Ihnen übrigens in Berlin mal aufgefallen, dass die Hallenbäder im Osten alle Schwimmhalle, im Westen dagegen Stadtbad heißen? Gucken Sie mal auf die Übersicht der Berliner Bäder Betriebe, die hierzulande für beinah alle Bäder zuständig sind.

Ich bestaune also den zentralen Platz vor dem Rathaus Marzahn, nicht uneinladend, mit den üblichen Geschäften bis hin zu einem Spätabends-Kaiser’s versehen, und vor allem mit dem rostbraunen Klinkerbau des ehemaligen Rathauses Marzahn unübersehbar mittendrin. Wasndasn? Wie ich später nachlese, kein dem Abriss geweihtes 70er-Jahre-Monstrum, sondern inzwischen ein bespieltes Bürgerhaus; soso; Trash-Optik mitten auf dem wohlgestalteten, von echten Ost-Hochhäusern umstandenen Platz. Der Osten ist mir mit seiner Architektur bekanntermaßen nicht fremd, dennoch stehe ich in der Großsiedlung so alienhaft fasziniert herum. Das wäre aber in Hagen-Boele auch nicht anders. Ein kleiner Teich liegt linkerhand, Blümchen und Beete sind am Wegesrand angelegt; der Springpfuhl selbst ist auch ganz in der Nähe. Ich sehe im Hintergrund den Stern des ehemaligen Sojus-Kinos aufleuchten. Es ist halt viel Ehemaliges vor Ort …

Den Part Ausflug hätten wir damit also auch beinah vollumfänglich absolviert. Ich bitte allerdings zu entschuldigen, dass ich auf dem Weg zum Schwimmbad keine ausgewachsene Kamera dabei hatte, so dass Sie sich an dieser Stelle mit einem Link auf die Wikipedia zum Helene-Weigel-Platz zufrieden geben müssen.

Doch zurück zum eigentlichen Zweck: Schwimmen; Schwimmbadbesuch. Im Eingangsbereich der Halle eine superfreundliche Mitarbeiterin, die mir das Prinzip dieser – spezifisch östlichen? – Magnetschließarmbänder sogar an einem kleinen Extramodell zeigt und mir die Spielregeln (Wo Schuhe ausziehen? Wo ist welcher Durchgang?) aufs Netteste erläutert. Umkleiden, ein großflächiger Fön-und-Spiegelbereich entlang der rückwärtigen verglasten Längsseite und Duschen sind ebenerdig angeordnet. Es sind kurze Wege, alles ist gescheit saniert vor wohl nicht allzu langer Zeit. (Wer die Umkleiden und Wege im Spreewaldbad, treppauf-treppab und sehr länglich, kennt, der achtet auf solche Details!)

Ebenfalls ausschlaggebend für meine Wahl: ein 50-Meter-Becken – darauf steh ich ja. 28 Grad Wassertemperatur, okay. Der Temperatur schenke ich zunächst keine Beachtung, aber ich habe den Eindruck, dass es im Wasser ganz schön warm ist. Wärmer als im SSE und auf jeden Fall wärmer als in der Seydlitzstraße, wo bei 27 Grad eine für mich gefühlt optimale Temperatur im Becken herrscht. Dabei hat das SSE sogar nominell mit 26 Grad noch einen Grad weniger. Aber es kommt mir wärmer als das Stadtbad Tiergarten vor. Vielleicht liegt es ja am Alter, an der allmählich konstant nach oben orientierten Temperaturregulierung. Aber subjektiv ist mir Tiergarten am kühlsten, dann kommt das SSE und nun, in Marzahn bekomme ich nach 500 Metern das Gefühl von Warmbadetag. Was nur ein Grad ausmacht.

Aber es ist relativ leer in der Zwischen-Zeit so gegen 19 Uhr. Lange habe ich eine 50-Meter-Bahn nur für mich, da kann ich richtig abschalten, ohne ständig achtgeben zu müssen, wer mich überholt, wer mir folgt oder an wem ich vorbeiziehen muss. Herrlich! Ich groove mich nur ein bisschen ein mit zwei Runden Brust und kraule dann weiter. Da ich allein unterwegs bin, kann ich so lange im Wasser bleiben, wie es mir behagt und ich nutze das, bis ich 2.200 Meter hinter mir gelassen habe. Allerdings bin ich danach auch ordentlich platt, insbesondere, weil es mir letztlich doch zu warm ist; an einem lauen Sommerabend allemal.

Ein bisschen störend ist für mich die an- und abschwellende Musik von der Randbahn. Dort treten und paddeln die Aquafitness-Damen zu Krawummsmusik vor sich hin. Ich bin zwar entfernt davon unterwegs, aber da ich gern abschalte beim Bahnenziehen, ist mir das nichts. Voller wird es übrigens erst, als ich gegen 20 Uhr das Becken verlasse; viele junge Leute sind auf einmal im Wasser. Ist irgendwo eine Uni, ein Studentenwohnheim in der Nähe? Schüler sind es jedenfalls nicht mehr; außerdem sind gerade Sommerferien.

Beim Auschecken ist auch alles wieder sehr nett, gut nutzbar und unkompliziert. Ich fühle mich auch nicht unwohl, als ich das Bad in beginnender Dämmerung verlasse, um zum Parkplatz zu laufen. In mir unübersichtlichen Weltgegenden, die ich nicht kenne, bin ich da ja schon erst mal beim Andunkeln eher skeptisch. Aber nichts, alles okay, keine komischen Figuren. Praktisch, dass der Kaiser’s noch geöffnet ist und ich notwendige Einkäufe sogar so spät noch nebenbei erledigen kann.

Ich habe mich also wohl gefühlt, bei meinem Schwimm-Ausflug in den fernen Osten … und als ich dann noch über die Allee der Kosmonauten, die schmucklose breite Straße mit dem wohl poetischsten Namen in Berlin, zurückfahre, bin ich ein womöglich nicht besserer, aber auf jeden Fall besser trainierter und froherer Mensch.

Die Schwimmhalle Helmut Behrendt am Helene-Weigel-Platz bekommt von mir also das Prädikat Machensemal. Lohnt sich in Kombination mit einem Stadtausflug und geht vor allem mit Bad-Öffnungszeiten bis 22 Uhr werktags auch abends noch richtig gut.

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Hamburger Badetipps

Baden gehen ©2014 Kiki Thaerigen, hamburguntersich.de

Der eine oder die andere wird meinen Hamburger Comic vielleicht kennen und sich jetzt wundern, aber es hat alles seine Richtigkeit: Liisa hat mich netterweise eingeladen, mitzumachen und diesen Beitrag mit den besten Badetipps für Hamburg hier zweitzuveröffentlichen. Ich fühle mich geehrt und werde gern hier auch bald noch etwas zum Schwimmen selbst schreiben, denn damit habe ich nach langer Zeit in diesem Sommer erneut begonnen. Ja, in Hamburg.