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Schuh-bi-du

(ich entschuldige mich für den Titel)

Obwohl ich mein ganzes Leben lang in Schlagdistanz zu mindestens brauchbaren Badeseen gewohnt habe, war das für mich immer schwieriges Terrain. Denn aufgrund einer winzigen physischen Behinderung kann ich meinen rechten Fuß nur sehr eingeschränkt aktiv bewegen.

Passiv macht er alles mit – also außer springen und High Heels, aber wer braucht sowas schon. Jedenfalls, die Badeseen. Aufgrund dieser kleinen Unpässlichkeit war mein Gang in als auch raus aus dem See immer ein echtes Spektakel fürs Publikum. Da die Fußsohle nicht von sich aus auf Steinchen und Co. reagiert, spüre ich nämlich jede einzelne Kante die mir auf dem Weg zum Wasser unterkommt.

In besonders steinigen Seen kam es manchmal so weit, dass ich Hilfe brauchte, weil ich sonst nicht zu Fuß herausgekommen wäre. Aber das liegt alles hinter mir. (Hier Posaunen und Sektkorken einfügen)

Das obige Modell begleitet mich (dank Amazon) seit zwei Bade-Saisons durchs Wasser

Das obige Modell begleitet mich (dank Amazon) seit zwei Bade-Saisons durchs Wasser

Schuhe. Schuhe zum Schwimmen! Und zwar nicht die feste Surfer-Variante, sondern eine schlichte Schicht Silikon zwischen meiner Sohle und den Unwegbarkeiten des Ufers. Sobald ich damit im Wasser bin, sorgen die Löcher und das Material dafür, dass es sich nicht anfühlt als ob ich irgendetwas trage. Gut, mein Beinschlag beim Kraulen spritzt etwas mehr, aber ansonsten – klassische Wasser-Schwerelosigkeit bis in die Zehenspitzen.

Sie sollen sogar für Felsen und Strandklettereien brauchbar sein. Aber das muss ich nicht testen.

Darüber gestolpert (entschuldigung, ich weiß wirklich nicht was das heute ist) bin ich erst über diese lebensverbessernde Maßnahme, als ich eigentlich nach einem Gummiboot gesucht hatte. Ich wollte mein ambivalentes Verhältnis zum Badesee dadurch retten. Jetzt schwimme ich einfach und steige mit mittlerer Grazie einfach wieder aus dem See. (mittlere Grazie. Bitte lassen Sie mir wenigstens diese Illusion.)

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Paddles :: praktisches Hilfsmittel fürs Schwimmtraining

Während der Wasserwacht-Trainingssaison in der Halle schwimmen wir nie einfach nur Bahnen ab. Das Training ist abwechslungsreich und macht Spaß. Je nach Trainingsstunde liegt der Fokus mal auf Technik, mal auf Ausdauer oder Geschwindigkeit. Es gibt gezielte Einzelübungen oder Kombinationsübungen und Staffeln. Dabei setzen wir auch Hilfsmittel ein. Die wohl bekanntesten das Schwimmbrett und der Pull Buoy, ein Schaumstoffknochen, den man zwischen die Oberschenkel klemmt, um gezielt die Armmuskulatur zu trainieren. Ein Hilfsmittel, was mir bisher neu war, sind Paddles.

paddles paddles

Paddles gibt es in verschiedenen Formen, gemeinsam haben sie aber, daß sie die Handfläche und somit die Antriebsfläche vergrößern. Es verbessert sich das Gefühl für das korrekte Wasserfassen in der Zugphase. Durch den größeren Widerstand wird mehr Kraft benötigt. Paddles eignen sich daher besonders gut, um vorallem die Kraultechnik zu üben und Kraft, Schnelligkeit und Ausdauer aufzubauen.

Um Verletzungen und Schulterschmerzen zu vermeiden beachte:

  • Paddles nur dosiert und kurze Zeit benutzen (maximal 25% der Trainingszeit insgesamt)
  • Die Paddles nur etwas größer als die eigene Hand wählen.
  • Auf korrekte Schwimmtechnik achten (Arm und Handwinkel)
  • Auf korrekten Sitz der Paddles achten. Das Gummiband sollte nur um den Mittelfinger getragen werden. Das Paddle darf nicht flattern oder gar abfallen.
Ideen für das Training

  • Paddles an beiden Händen befestigen, mit oder ohne Pull-Buoy zwischen den Beinen zügig eine kurze Strecke mit sauberer Technik und ausreichenden Erholungspausen schwimmen.
  • Paddle abwechselnd nur an einer Hand befestigen, Pull- Buoy zwischen die Beine nehmen und sich auf kurzen Strecken voll und ganz auf einen sauberen Kraularmzug im «Paddel-Arm» konzentrieren.
  • Mehrere kurze Sprinttrainings mit Paddels ins Training einbauen, Geschwindigkeit innerhalb von 50 m von zügig auf schnell steigern.
  • Wichtig für alle Übungen: Das Paddel darf nie flattern! Die Hände sind entspannt. Lassen Koordination oder Konzentration nach, Paddles zur Seite legen.

Einen interessanten und detailierteren Artikel zu Paddles und Schwimmtechniktraining habe ich noch auf swim.de gefunden.

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Probetraining bei der Wasserwacht Steinsee

Beim Schwimmkurs mit meinem Sohn im Hallenbad Kirchseeon habe ich gesehen, daß dort ab Oktober immer Samstags die Wasserwacht Steinsee trainiert. Am Samstag war ich das erste Mal zum Probetraining, weil ich gern wieder regelmässig schwimmen möchte.

Die Gruppe trainiert 2 Stunden, von 10 – 12 Uhr. Sie ist aufgeteilt in Kinder/Jugendliche und Erwachsene. Beide Gruppen trainieren getrennt voneinander. Die Kinder schwammen ihr eigenes Programm, angeleitet durch einen Trainer. Es beinhaltete spielerisches Schwimmtraining, tauchen, springen sowie die Rettungsschwimmtechniken, zB abschleppen und schieben. Sehr viel habe ich von der Kinderbahn allerdings nicht mitbekommen. Ich schwamm bei den Erwachsenen mit.

Techniktraining und Ausdauer
In der ersten Stunde liegt der Schwerpunkt auf allgemeinem Techniktraining. Wir schwammen uns erst ein, dann ein paar Bahnen Lage. Später lag der Schwerpunkt auf Kraul und Brusttechnik, die wir mit und ohne Bretter dahinschwammen. Immer wieder bekamen wir Hinweise auf die Verbesserung unserer Schwimmtechnik von einem älteren Herren, der da wohl sehr ambitioniert dabei ist und gut Erfahrung in sich trägt. Ich fand das sehr nützlich und konnte die meisten Tipps auch direkt anwenden. Schön war auch, gleich Feedback zu bekommen. Immer wieder wurden wir auch gefragt, wie es uns während des Trainings geht, wie wir mit der Luft und der Technik klarkommen. Ich empfand das als sehr aufmerksam und angenehm. Nach über 15 Jahren Trainingspause war ich erstaunt, wie gut ich klar kam. Ich konnte alles gut mitschwimmen. Der wunderbare Nebeneffekt beim Schwimmen: ich hatte den Kopf frei. ich war ganz im Hier und Jetzt, nur mit mir im Wasser beim Schwimmen.

Tauchen und Rettungsschwimmen
In der zweiten Hälfte konzentriert sich das Training mehr auf Wasserwacht und Rettungsschwimmen. Diesmal lag der Schwerpunkt auf Tauchen. Wir übten mit Flossen. Dabei hat mir besonders der spielerische Ansatz gefallen, durch Tore unter Wasser zu tauchen. Ziel war es, eine ganze 25 m Bahn ohne Luftholen durchzutauchen. Dem näherten wir uns durch verschiedene Vorübungen. Später steigerten wir die Komplexibilität der Aufgaben, indem wir in bestimmter Formation durch die Unterwassertore schwammen, und somit automatisch länger unter Wasser waren.

Insgesamt hat mir das Training sehr viel Spaß gemacht. Ich möchte da unbedingt wieder hingehen und regelmässig mitschwimmen. Das nächste Mal sollte ich allerdings eine Schwimmbrille tragen, denn ich habe den ganzen Tag dann nur noch neblig gesehen.

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Es trägt dich – Vertrauen ins Wasser gewinnen

schwimmkurs

Mein Sohn (6) macht gerade einen Schwimmkurs mit. Lange Zeit war er Wasser gegenüber eher vorsichtig, doch plötzlich wollte er Schwimmen lernen. Nach einigem Nachfragen zur Sicherheit, ob er das auch wirklich möchte, meldete ich ihn zum Schwimmkurs an.

Spielerische Wassergewöhnung
Der Schwimmkurs ist auf 15 Stunden a 45 Minuten aufgeteilt. Die Kinder sind zwischen 4,5 und 7 Jahren alt. Hier läuft es über eine Schwimmschule, die im Hallenbad unterrichtet. In der ersten Stunde gibt es hauptsächlich Orgnaisatorisches zum Ablauf, noch nicht so spannend für die Kinder. Dann folgt in den ersten 6 Stunden gemeinsam mit den Eltern eine spielerische Wassergewöhnung mit Schwimmhilfen. Die Kinder lernen, vertrauen ins Wasser zu haben. Sie lernen die Rückenlage und wie sie ihren Kopf und Körper halten müssen, damit sie die optimale Lage haben, um flach an der Wasseroberfläche zu treiben. Zur Entspannung ziehen wir Eltern die Kinder immer wieder am Kopf gestützt auf dem Rücken liegend durchs Wasser. Damit die Kinder loslassen und spüren können, wie entspannt es sich anfühlen kann. Nach und nach erklärt der Schwimmlehrer eine neue Bewegung des komplexen Koodinationsablaufes beim Schwimmen. Jedes Element (Atmen, Arme, Beine) wird dabei zurerst getrennt voneinander lange genug geübt. Begonnen wir mit dem Paddeln, weil das die natürlichste Schwimmbewegung ist, die Kinder intuitiv machen, um sich im Wasser fortzubewegen. Paddelnd mit Schwimmnudeln, Brett oder Schwimmärmeln bewegen sich die Kinder durchs Wasser.

Komplexe Bewegungsabläufe
Nach der 6 Stunde begleitet der Schwimmlehrer die Kinder ohne Eltern im Wasser. Er zeigt die einzelnen Schwimmbewegungen, übt sie mit den Kindern wieder einzeln, bis sie ins Nervensystem übergehen. Dann werden die Bewegungen kombiniert. Die Stunden sind anstrengend für die Kinder. Manche haben Angst, manche brauchen stärkere Begleitung. Alle werden motiviert, begleitet und lernen Schwimmen. Nicht alle schaffen vielleicht das Seepferdchen am Ende des Kurses, aber da gibt es immer Möglichkeiten, mit dem Schwimmlehrer in Kontakt zu treten und zu schauen, was es braucht. Manchmal ist noch ein Kurs angebracht, manchmal vielleicht nur eine weitere Stunde. Der Schwimmlehrer hat über 20 Jahre Erfahrung und gestaltet die Schwimmstunden in einer ausgewogenen Mischung aus Forderung, Training und spielerischer Abwechslung, damit den Kindern nicht langweilig wird beim steten Wiederholungen der Bewegungsabläufe.

Mein Sohn ist total begeistert. Der Schwimmkurs läuft diese Woche aus. Mal sehen, ob er sein ersehntes Seepferdchen in der Hand halten wird. Er plant auf jeden Fall schon eine neue Badehose, auf der der Aufnäher gut zur Geltung kommt. Danach möchte er den Haifisch machen, so glaubt er, heisst die nächste Schwimmstufe.

Das Seepferdchen
Das Seepferdchen ist das Abzeichen für Frühschwimmer. Die Anforderungen dafür sind

  • Sprung vom Beckenrand und 25 m Schwimmen
  • Heraufholen eines Gegenstandes mit den Händen aus schultertiefem Wasser

Die nächste Stufe ist das Jugendschwimmabzeichen.

 

 

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Komponententrennung und Bäderpolitik

Mein Reden. Ein anderes Bäderkonzept muss her. Da traut sich aber in Berlin keiner so recht ran. Anna Sauerbrey hat sich im Tagesspiegel damit befasst.

Ich bin ja grundsätzlich eine Freundin der Komponententrennung, Claudia Keller aus Gründen ebenso. Sie erläutert in einem früher erschienenen Artikel ebenda, warum Kampfschwimmer und badehaubte Omas getrennt gehören. Und ja, manchmal ist Abreißen und Neubauen sicher die bessere Lösung.

Ich für meinen Teil gehe gleich nachgucken, wer und was sich auf den Schwimmerbahnen im Stadtbad Tiergarten so tummelt – es ist nämlich eines der wenigen Hallenbäder, die relativ durchgängig über den Sommer geöffnet waren. Aus dem Stammbad des Freundinnenschwumms gibt’s erst in zwei Wochen wieder was zu lesen. Am Heidelberger Platz in Wilmersdorf ist sonntags erst wieder ab 16. September geöffnet. Gnarf.

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Schule machen

Wenn die meisten von uns heute übers Schwimmen reden, dann meinen wir die freiwillige Bewegung im Wasser, in unserem eigenen Tempo.

Aber – das war nicht immer so. Während meiner Grundschulzeit war das schulische Schwimmbecken gleich hinter der kleinen Bibliothek mein Lieblingsort der Erziehungsanstalt. Hier war ich nämlich die verdammte Königin der Bahn.

schwimmbad-assling

Aber lassen Sie mich ausholen:
Ich bin unsportlich. Und ich habe einen kaputten Nerv im rechten Bein. Sportunterricht haben sich die Höllenhunde ausgedacht, Leichtathletik ist gegen die Menschenwürde und wenn ich nochmal im Leben eine Kugel irgendwohin schmeißen muss, werfe ich sie auf denjenigen, dessen Idee das war.

Es war eine glückliche Fügung, dass meine erste Grundschule ein eigenes Becken und ich bis zu meinem 13. Lebensjahr kein Gefühl von körperlicher Unzulänglichkeit hatten. So fand ich mich einmal die Woche während des Unterrichts als auch regelmäßig in meiner Freizeit dort wieder und sammelte Kilometer. Die Bahn war nur 25 Meter, aber ich verbrachte halbe Tage darin. Mit bemerkenswerter Stoigkeit für eine 10jährige und damals schon der Freude am Alleinsein arbeitete ich an meiner Kraul-Technik und aß danach Streichwurstsemmeln mit Butter drunter.

Das verschaffte mir am Ende der vierten Klasse einen der besten Zeugnistage meines Lebens: Wie alle anderen auch, ging ich nach vorne zur Lehrerin, holte mir meinen Wisch ab und wollte schon wieder gehen, als sie mich zurück rief. Sie blätterte durch einen Papierstapel und händigte mir schließlich eine echte, gestempelte und unterschriebene Ehrenurkunde aus.

Eine Ehrenurkunde.
Für sportliche Betätigung.
Meine sportliche Betätigung.

4560m

Es stellte sich heraus, dass niemand an der Schule schneller geschwommen war. Kein Junge. Niemand aus den beiden Jahrgangsstufen über mir.

Kein Einser dieser Welt hätte mich in dem Moment glücklicher machen können. Die moppelige Brillenträgerin mit dem komischen Gang besaß den Beweis für ihre Sportlichkeit jetzt schwarz auf weiß.

Die Existenz dieser Urkunde zählt bis heute zu den ganz wenigen Dinge, auf die ich stolz bin. Nicht, weil ich mich besonders dafür angestrengt habe. Sondern, weil ich sie für etwas bekommen habe, das ich entsetzlich gerne tue. So sollte das viel öfter sein.