Schwimmerinnen

Indica merkte an, dass sie kaum Frauen auf den ernsthaften Schwimmbahnen sieht:

Es ist nämlich auffällig, in etwa einer 70:30er-Relation, dass meist Männer sportiv in den Schwimmerbahnen unterwegs sind.

Ihr Erklärungsversuch:

Ich habe den Verdacht, dass es sich um ein dem Gerätetraining in der Muckibude artverwandtes Phänomen handelt. Dort wird geschwitzt, geschindert und geächzt; es ist nicht vornehm, smalltalk- und teatimekompatibel, wenn es mich fordert und etwas bringen soll. Was richtig Kraft und Anstrengung erfordert, ist nicht clean, sondern immer etwas animalisch, schwitzig und kompetitiv und sei es nur mit mir selbst. Ich habe den Eindruck, dass das nicht so viele Frauen mögen – richtig reinhauen, die eigene Kraft spüren und eher wild und ekstatisch als anmutig und gemäßigt sein.

Frau Nessy hat sich ebenfalls dazu Gedanken gemacht:
Sportive Frauen, die durchs Wasser pflügen
Animalische Anstrengung

Erst dadurch ist mir bewusst geworden: Die Geschlechterrelation hat sich in den vergangenen Jahren verändert.

Meine erste intensive Schwimmphase fiel in mein Studium. Zwischen 1990 und 1993 schwamm ich in der Hallenbadsaison ein- bis zweimal wöchentlich 2000 Meter (danach abgelöst von Aerobics). Und damals waren Frauen und Rentner ganz klar die Mehrheit im Augsburger Spickelbad, unter den Frauen auffallend viele deutlich über Konfektionsgröße 38. Schwimmen schien eine Bewegungsform für Menschen, denen das halt Spaß machte. Dicke, bewegungsfreudige Menschen konnten sich im Hallenbad unbehelligt austoben. Denn Schwimmen war etwas ganz Persönliches, etwas Wohltuendes, aber einen ehrgeizigen oder gar kompetitiven Sportaspekt hatte Freizeitschwimmen nicht.

Jetzt, auf den Schwimmbahnen Münchner Bäder, sind tatsächlich Männer in der Überzahl. Ihnen und den deutlich weniger Frauen sieht man mit wenigen Ausnahmen an, dass das für sie „Training“ ist. Ein Symptom: Viele schwimmen mit Spielzeug – Handschaufeln, Fußflossen, Schwimmflügerl für zwischen die Beine, Wasserwachtbretterl. Schwimmen, so scheint es, ist cool geworden, ein Hobbysport mit Zielen, mit Prestige-erzeugendem Zubehör. Anders betrachtet: Schwimmen ist heute ein Markt, auf dem sich etwas verkaufen lässt.

Und in ernsthaftem und vermarktbarem Sport mit Wettbewerbshintergrund, in dem Konkurrenz herrscht, in dem man einander vergleicht und beobachtet, überwiegen automatisch die männlich Sozialisierten (siehe Joggen, Radeln, Tennis).

Nun kann ich nicht beurteilen, ob das einfach der Unterschied zwischen Provinzbad und Metropolenbecken ist. Beobachten Kleinstadtschwimmerinnen dasselbe Phänomen?

20 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Ich denke schon seit Frau Indicas Artikel darüber nach. Schwimmbad war nie so meins, aber als ich in den 90ern und frühen Nullerjahren regelmäßiger hinging, war der Anteil von Frauen hoch. (das ist nicht belastbar, dazu war ich zu selten da)
    In München und Hof, während der Filmfeste, war ich die einzige schwimmende Frau im Becken, am Rand machten ein paar Rekonvaleszentinnen Übungen oder alte Damen mit Blumenbadekappen trafen sich zum Schwatz.
    Bei den Mittelstreckenwettbewerben waren die Frauen paritätisch vertreten und sogar die mit den besten Zeiten, da waren sehr leistungsfähige dabei.
    Die körperlich ausladende Präsenz von Fitnessposern ist auch einer der Gründe, weshalb ich keinen Bock mehr auf Schwimmbad hatte und lieber draußen schwimme. Wenn einer von diesen Leuten seine zwei Bahnen Schmetterlingsstil vorführt, hat niemand anders Platz. ich bin als Frau recht schnell und deshalb immer mit den fitten Männern mitgeschwommen, aber diese Typen waren mir zu asozial mit ihrem Geboxe und Getrete, die kriegen ja nix mehr mit. Das ist „Platz da, hier komm ich!“
    Die Gerätephase mußte ich Gott sei Dank nicht mehr miterleben. Ich bin ab 2005 im Winter in ein Fitnesstudio mit Becken ausgewichen, da waren viele sehr sportive Frauen. Da störte nur die abartige Lautstärke – Musik und Trainergebrüll- und das Gespritze aus der anderen Hälfte des Beckens, wo Wassergymnastik stattfand.

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  2. Ich kann nicht für die Kleinstadtschwimmerinnen sprechen, aber für die Outdoor-Schwimmer(innen) hier in Mecklenburg-Vorpommern. Nach meiner Beobachtung, ist das Verhältnis hier recht ausgewogen, evtl. sogar mit einer leichten Überzahl an Frauen. Ich glaube, das hat zum Teil aber auch mit einem noch ganz anderen Punkt zu tun. Offenbar haben die meisten Frauen hier nämlich noch ein ganz anderes Körperverhältnis als im Westen. Es herrscht nicht der (übertriebene) Körperwahn. D.h. jetzt nicht, dass die Frauen hier nicht auf ihre Körper achten würden, aber sie sind nicht so infiziert von dem Körpervergleich-Virus und einem Denken, das letztlich dazu führt, dass Frauen nicht mehr schwimmen gehen, weil sie z.B. keine „Bikini-Figur“, „Strand-Figur“ oder Vergleichbares vorzuweisen haben. Die schon etwas „älteren“ Frauen (also sagen wir ab 40 J aufwärts) haben deutlich weniger Scheu, sich in Badeanzug oder vgl. Schwimmkleidung zu zeigen (von Nacktbaderinnen /-schwimmerinnen gar nicht zu sprechen; DDR-Freikörperkultur!) . Allerdings tut sich da langsam aber vermutlich (leider) sicher schon eine erste Kluft zwischen den ganz ganz jungen Leuten und den Älteren auf. Die ganz Jungen sind jetzt quasi anders sozialisiert, was die Körperwahrnehmung und das Selbstbild angeht.

    In der DDR hat Leistungssport UND Breitensport eine ziemlich große Rolle gespielt und auch dieses „Erbe“ wirkt immer noch nach. Hier sieht man viele Männer und Frauen (durchaus auch jenseits des Rentenalters), die täglich bei Wind und Wetter laufen, Gymnastik treiben, Rad fahren oder eben schwimmen. Viel mehr, als ich das im Westen beobachtet habe. Vermutlich wird sich das in den nächsten Jahrzehnten verändern, aber im Moment ist es noch so.

    Der innere (Sport)Schweinehund wird immer auf’s Neue überwunden, sie lassen sich nicht ab einem bestimmten Alter gehen und versuchen so weit es nur irgend geht noch Sport zu treiben. Hier erscheint mir Sport machen sowohl bei Männern als bei Frauen wesentlich selbstverständlicher und natürlicher in das alltägliche Leben integriert als in den westlichen Bundesländern. Sport machen ist hier für die Masse keine Action, sondern Selbstverständlichkeit. Dazu brauchen sie keine Spezialkleidung oder sonstige Sport-Gadgets. Für den Schwimmartikel-Markt bzw. Sportartikelmarkt ist hier insgesamt noch nicht wirklich viel zu holen, wenn es um die Einheimischen geht. Touristische Sportler sind natürlich ein ganz anderes Kaliber und da kann der Sportartikelmarkt hier glaube ich schon sehr gute und auch hochpreisig angesiedelte Geschäfte machen.

    Und allgemein liegt die Betonung bei sportlicher Betätigung für die meisten immer noch auf dem persönlichen Wohlbefinden und weniger auf kompetitiver Konkurrenz.

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  3. Ich ergänze das noch mal: Das ist im tieferliegenden Grund kein Geschlechter- sondern ein Konkurrenzproblem und eines des Sozialverhaltens*. Die eher defensiven Männer bleiben auch weg, da bin ich sicher. Beim Gerätetraining haut dich niemand vom Hocker, um auf deinem Gerät weiterzumachen, bei Mannschaftssportarten gibt es Spielregeln. Wie sehen die Spielregeln zur Platzauftteilung in Schwimmbädern aus, wo der Platz knapp ist und die Reviere ineinander fließen?

    *Das ist ähnlich wie mit dem breitbeinig sitzen in der U-Bahn. Man kann genervt aufstehen, sich garnicht erst hinsetzen oder mal kurz gegenboxen. In dem Fall hilft das meist.

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  4. Ich bin sehr froh, dass ihr das alle überall aufnehmt und so ausgiebig diskutiert, weil ich über die individuelle tortenstückartige Betrachtung noch nicht hinausgekommen bin.

    Das mit dem Vermarktungspotenzial, darüber habe ich noch nicht verschärft nachgedacht, weil ich es hier nicht so häufig in den Bahnen beobachten kann. Ich weiß aber, dass Kaltmamsell seit Jahren über die Spielzeug-Schwimmer berichtet und gucke seitdem auch immer mehr hin. Aber: Es ist nicht oft so. Vielleicht sind die meisten mit Spielzeug trainierenden Männer und Frauen einfach – noch? – in Vereinen anzutreffen? Es gibt ja immer noch vergleichsweise viele Hallenbäder und damit Trainingsmöglichkeiten in Berlin; allein schon durch die Ost-West-Dopplung von Schwimmstätten.

    Sehr interessant und bereichernd finde ich auch Frau Liisas Ost-Beobachtungen. Das kann ich mir gut vorstellen, dass sich da unterschiedliche Sozialisation und Prägung gerade bei den Älteren ganz anders auswirkt (das kenne ich aus dem Kulturbereich übrigens nicht anders!).

    Übrigens bin ich bei den Wasserpflügern ganz ungerührt. Ich kann zwar keinen Schmetterlingsstil, sonst würde ich den eiskalt anwenden, um selbst Leute gelegentlich in unabgetrennten Bädern wegzupflügen. Es gibt aber auch nur sehr, sehr wenige Männer, die in den Bahnen Butterfly schwimmen. Glücklicherweise, denn das schwurbelt das Wasser wirklich so durcheinander, dass du beim Luftholen beim Kraulen ertrinkst.

    Damals, am anderen Arbeitsort, da reichten Badekappe, Brille und Schnellkraulen schon, um die Rüschenbademützen-Freundinnenpaarschwimmerinnen (ein genau so behäbiges Wort, wie die Damen und Herren sich fortzubewegen pflegen!) zu verscheuchen. Sie sehen, Bösartigkeit steckt auch in mir zur Genüge.

    Ich freue mich auf weitere Aspekte, die das Thema erhellen könnten. Mir scheint, darüber kann eine Sozialwissenschaftlerin eine Promotion verfassen!

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  5. Für Stuttgart kann ich berichten, dass das Verhältnis zwischen Schwimmern und Schwimmerinnen recht ausgewogen ist.
    Was die Technik-Freaks im Becken angeht: Meiner Erfahrung nach ist das Teilnehmen an Triathlons inzwischen zu einer Art Volkssport geworden. Nun sind die meisten aber ausgerechnet im Schwimmen eher mittelmäßig und versuchen alles, um ihre Defizite bis zum nächsten Wettkampf auszubügeln. Auf den diversen Triathlon- und Schwimm-Webseiten wird das Training mit Hilfsmitteln zur Kraft- und Technikverbesserung propagiert.

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  6. Hallo an alle, die in diesem wunderbaren Blog schreiben und lesen !
    Auch ich möchte zustimmen. Es liegt im Grunde an der Sportkultur. Es geht nicht um Spaß, Erlebnis und Gesundheit, sondern um Leistung und Konkurrenz.
    Speziell Schwimmen leidet darunter, da es Teil des Triathlon ist. Extreme Beanspruchung und Leistung ist gefragt. Das ist Teil einer städtischen, eher maskulinen Kultur. Insofern würde ich sagen, das es diese Stadt-Land Unterschiede, die Kaltmamsell vermutet, tatsächlich gibt.

    Meine Erfahrungen stammen aus der Großstadt Düsseldorf und den nicht ganz so urbanen Orten Ratingen und Hilden (ohne jemandem zu nahe zu trete, hoffe ich).

    In Düsseldorf trainieren die harten Jungs für ihren Triathlon, die schwimmen auch gleich mit ihren Neoprenanzügen (was ich immer ein bißchen albern finde, ich meine: bei 25 Grad Wassertemperatur?). Die haben, wie beschrieben, ihre Trainingstools dabei und verteidigen z.t. aggressiv „ihre“ Bahn.
    Das konzentriert sich dabei innerhalb der Stadt Düsseldorf aber auch stark, hauptsächlich auf ein Bad (das Rheinbad). Hierbei zumindest im Frühschwimmen, die Zeit kenne ich dort gut.
    Diese Mentalität ist in der Tat nichts für Frauen (und das muss ja auch nicht sein).
    Mein Schwimmen ist das auch nicht. Hier ist Schwimmen kein Selbstzweck.
    Es geht irgendwie um was anderes, als das schwimmen selbst. Kann da außerdem nicht mithalten. Ich bin zwar ein guter Schwimmer, aber doch nicht wirklich hochtrainiert.

    Für die anderen Bäder gilt das nicht so sehr, aus dem Umland, den Städten Hilden und Ratingen kenne ich diese „Triathlon- Kultur“ (nenne das mal so) überhaupt nicht.
    Hier ist eher Normalbürger- Schwimmen angesagt, insgesamt eher ältere Leute. Hier könnte sich auch Frau im Wasser wohlfühlen. Diese Triathlon- Kultur sollte man/frau besser umgehen.

    Außerhalb des Trathlons hat Schwimmen keine Promotion gegen die Wellen der Trendsportarten, da schwimmen wenige jüngere Menschen im Breitensport. Das ist aber keine Geschlechterfrage.

    Viele Grüße

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  7. Schöne Diskussion! ich muss ja zugeben, dass ich auch ganz gerne die nebeneinander schwimmenden Kaffeetanten unterstrudele 🙂
    also geht es um Konkurrenz, Fitnessindustrie, Körpernormdiktat und Spielregeln.
    der Graf merkte noch an, dass runtergekommene oder hygienisch einfache Bäder oder eine komische Publikumsmischung (das Kreuzberger Spreewaldbad in Berlin als Beispiel, der Geruch nach Pubertieren nimmt dir den Atem und dann kennen die alle keine Frauen im Badeanzug) Frauen fortbleiben lassen und man mal schauen müßte, wie es im kommerziellen Bereich aussieht. dazu kann ich was sagen. im International Club, im Esplanade-Bad und im Holmes Place schwimmen vor allen Frauen und einige ältere Männer.

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  8. Meine Theorie: Es liegt nur indirekt an der Sportart Schwimmen, es ist die Trendsportart Triathlon. Hier hat es in den letzten 15 Jahren einen enormen Zuwachs gegeben [1] während die Anzahl der Schwimmer im Schwimmverein eher zurückgegangen ist [2]. Nimmt man noch hinzu, dass Triathleten wohl zu fast zu 80% Männer sein sollen (z.B. [3]), hätte man eine Erklärung dafür, warum jetzt mehr Männer im Sportlerbecken unterwegs sind.

    Die Triathleten kommen vielfach vom Laufsport und müssen jetzt auch irgendwie noch Schwimmen üben. Nach meiner Erfahrung nach auch genau die Leute mit den Gadgets und Trainingsplänen am Beckenrand.

    Und: „Echte Schwimmer“ haben eigentlich im Verein gelernt, zu kreiseln und sich mit anderen eine Bahn zu teilen.

    Tolles Blog übrigens!

    [1] http://de.statista.com/statistik/daten/studie/221499/umfrage/mitgliederzahl-der-deutschen-triathlon-union/
    [2] http://de.statista.com/statistik/daten/studie/216137/umfrage/mitgliederzahl-des-deutschen-schwimm-verbandes/
    [3]http://www.trainingsworld.com/sportarten/triathlon-sti90653/triathlon-maennlich-anders-frauen-teil-physiologie-1385175.html

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  9. Also hier in Hamburg ist das Verhältnis sehr gemischt. Allerdings beobachte ich auch eine „Professionalisierung“ des Hobbyschwimmens aber sowohl bei Männern wie bei Frauen.
    In der Alsterschwimmhalle gibt es gut getrennte Bahnen „Öffentlichkeit“, „schnell“, „Rücken“. Bei Öffentlichkeit ist das Publikum toll durchmischt, bei schnell sind viele Poser und auffällig ist, dass Männer sich für schnell halten, obgleich sie es nicht unbedingt sind. Ich gehe am liebsten an den Rand der Öffentlichkeit. Da schwimmen konzentriert, zügig und rücksichtsvoll die Leute (Geschlechterverhältnis 50-50), die einfach gern Sport im Wasser machen.
    Ach und für die Poser im Wasser, die keine Ahnung von der Schwimmetikette haben, habe ich mir eine spiegelnde Schwimmbrille besorgt. Mit dieser und energischen Schwimmzügen konnte ich bislang immer meine Bahn freihalten.

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  10. Es könnte auch noch ein ganz trivialer Grund eine Rolle spielen: Die Eintrittspreise sind in den letzten Jahren derart gestiegen, dass das Schwimmen als nur-mal-so-nebenbei-Freizeitgestaltung schlicht zu teuer wurde. Nun bedarf es schon eines gewissen Antriebs (Fitness, Ehrgeiz, Eventcharakter), diese – sei es auch nur leicht prohibitive – Schranke zu überwinden.

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  11. Ach, Triathleten – darauf wäre ich ja so gar nicht gekommen. Sehr erhellend, Ihre Kommentare, @peter und @dirk.

    Die Schwimmschwimmmänner in den Berliner Bahnen schaffen es aber übrigens immer, Runden zu schwimmen. Aber: Überholen auf Krampf (sprich: ständig 3 statt 2 Leute nebeneinander) ist auch echt nervig. Eigentlich ist es ganz einfach: Einfach auch mal gucken, wann die nicht ganz so schnelle Ente weit genug entfernt ist und dann erst wieder starten oder sich am Rand kurz zurufen und abstimmen … manchmal funktioniert’s, manchmal gar nicht.

    Ja, die Eintritte sind auch in Berlin so hoch, dass offenbar da noch ein Zusatzanreiz her muss, @bademeister. Ich gehe ja auch schwimmen, weil ich es a.) schon immer gern mache und b.) weiß, dass meine Ausdauer dann (zusätzlich zum Fittti-Krafttraining) besser wird. Vielleicht auch schon der erste Anflug von Privat-Eventisierung?

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  12. zu dirk görtz‘ feststellung mit dem neoprenanzug im warmen wasser: durch die dinger hat man eine grandiose wasserlage und wird dank des zusätzlichen auftriebs _richtig_ schnell. man kann halt die ganze energie in vortrieb umsetzen und muss sich um auftrieb keine großen gedanken machen. auch die atmung wird damit besser.
    man erkauft es aber teuer, wenn im wettkampf neos wegen der temperatur nicht zugelassen sind: da saufen die vermeintlichen checker dann fix ab, weil ihre wasserlage nix taugt: statt flach und stromlinienförmig eher marke „schrankwand zeulenroda“.

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  13. Vielleicht noch interessant in diesem Zusammenhang: Ich habe mir heute mal die FollowerInnenschaft der Freistilstaffel auf Twitter angesehen: von z. Zt. 115 Followern sind ungefähr nur 20 Männer.
    Das heisst doch, dass es ein großes weibliches Interesse am Schwimmen gibt, oder ? Oder sollte das nur im Netz so sein ?
    Ist Schwimmen für Frauen vielleicht sogar ein unentdeckter Wachstumsmarkt, wenn man sie nur richtig „zum Schwimmen abholt“ ?

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    • Ich glaube nicht, dass irgendjemand Frauen auf einen Markt „abholen“ muss. Der Ausgangspunkt unserer Diskussion war die Beobachtung, dass scheinbar weniger Frauen sportlich schwimmen, ergänzt wurde das durch die Beobachtung, dass das schon einmal anders war und dass mittlerweile viele Bäder stark von trainierenden Triathleten besetzt sind, die sehr viel Platz brauchen und übliche Regeln nicht kennen.
      Ich spreche jetzt mal nur über Schwimmbäder, sportliches Outdoorschwimmen habe ich immer schon als sehr paritätisch besetzte Veranstaltungen erlebt. Die Ressource Schwimmbad mit Sportbahn ist in der Regel nicht in der Hand eines Vermarkters sondern in der Hand von Kommunen. Sicher kann man auch Frauen Gadgets und Übungen verkaufen. Ein guter Schwimmkurs in einer Halle, in der ich nicht um den Platz kämpfen müsste, wäre mir sogar Geld wert. (Meinen Schwimmkurs im Fitnessstudio musste ich beenden, weil „zu leistungsstark, du brauchst Personal Training“. Ich war zu schnell für die anderen auf der kleinen Bahn, die überhaupt erstmal richtig schwimmen lernen wollten.)
      Schwimmen ist meiner Meinung nach nicht unattraktiv für Frauen, weil irgendein Fitness-Hype fehlt sondern weil die öffentlichen Schwimmbäder für Frauen zu unattraktiv geworden sind.
      Ein paar vernünftige, bindende Spielregeln – nach Tempo sortierte Bahnen, die Bahn für die Schwimmer mit den Hilfsmitteln, kreiseln, würde schon helfen.

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  14. Jetzt gebe ich meinen Teil als momentan kaum-schwimmende Frau dazu: Ich bin nicht auf der Schwimmerbahn zu finden, weil ich kleine Kinder habe. Wenn ich ins Schwimmbad gehe, dann mit ihnen. Ich kann sie nicht unbeaufsichtig lassen, also sitze ich im lauwarmen Wasser des Nichtschwimmerbeckens und schiele sehnsüchtig zum Schwimmerbecken rüber und träume von sportlichen Bahnen. So ist das nämlich. Bei drei Kindern mit entsprechenden Altersabständen dauert das eine Weile, bis ich wieder allein Schwimmen kann. Mein Mann geht nicht ins Schwimmbad. Im fehlt wohl das Schwimmgen.

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    • Hallo Ramona,
      das geht mir als Vater auch so. Ist ein eigenes Thema: Kinderbetreuung für schwimmende Eltern im Schwimmbad.
      Ich löse das immer, indem ich morgens vor der Arbeit oder früh am Wochenende schwimme.
      VG

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