Headbangen im Schwimmbad

Preisfrage: Was hat eine Breite von ca. 2,5 Zentimetern und zwei Windungen?

Der menschliche Gehörgang. Und hätten Sie’s gewusst? Sie fragen sich jetzt vielleicht, wieso man das wissen muss. Naja, wer nicht gerade Hals-Nasen-Ohrenarzt ist, Vater oder Mutter kleiner Kinder (die sich ja gerne mal was ins Ohr bzw. den Gehörgang, ersatzweise auch gerne in eines der Nasenlöcher stecken), oder eben Schwimmer, dem kann das eventuell. tatsächlich egal sein. Für Schwimmer ist der Gehörgang aber durchaus interessant. Der tendiert nämlich je nach Wasserlandschaft und Schwimmart gerne mal mit Wasser vollzulaufen. Die meisten Menschen finden das ziemlich unangenehm. Wie wird man das Wasser im Ohr also wieder los? Es gibt verschiedene Problemlösungsansätze.

Möglichkeit eins, die in den meisten Fällen schon ausreichen dürfte ist es, den Kopf schräg zu halten und zu schütteln. Bei günstigem Gehörgangsverlauf, fließt das Wasser ab. Ist immer noch Wasser im Ohr, kommt Möglichkeit zwei zum Zuge. Die ganze Prozedur wird wiederholt, also Kopf schräg halten und schütteln aber nun zusätzlich dabei etwas auf der Stelle hüpfen. Ich nenne das „Headbangen im Schwimmbad“. Das sollte das Wasser im Ohr bei den allermeisten Menschen beseitigen. Falls nicht, gibt es noch Möglichkeit drei: man erträgt das blöde Gefühl, fasst sich in Geduld und schläft eine Nacht darüber. Am nächsten Morgen sollte das Ohr wieder frei sein.

Am besten ist es natürlich, wenn gar nicht erst Wasser ins Ohr hinein kann, zumal man das Ohr damit auch vor Keimen schützt, die in evtl. verschmutztem Wasser sein können (siehe z.B. „Grobe Verunreinigung„).

Wer gerne Schwimmkappe trägt, kann die Ohren damit etwas schützen und hat zudem einen Schutz des Kopfes bei Wind. Alternativ geht auch ein Neopren-Stirnband, das muss aber gut sitzen, sonst verrutscht es, und die Ohren liegen frei. Besser schützen z.B. aus Silikon gefertigte und allergiegetestete Ohrstöpsel, die das Ohr weitestgehend gegen das Wasser abdichten. Empfehlenswert sind z.B Zoggs Aqua Plugz.

Allerdings sind menschliche Ohren nicht normgleich, sondern es gibt individuelle Unterschiede, dass heisst, ein normaler Ohrstöpsel in sog. Standardgrößen dichtet u.U. eben nicht 100%ig ab. Wer also viel schwimmt und öfter Probleme damit hat, dass Wasser ins Ohr läuft oder überhaupt schneller zu Ohrentzündungen neigt, sollte evtl. überlegen, sich individuell angefertigte Ohrstöpsel zuzulegen. Die sind zwar teurer als die 0815-Stöpsel aber dann garantiert wasserdicht. Gleichzeitig ist man dann aber auch ziemlich taub und es kann je nach Produkt Auswirkungen haben auf den Gleichgewichtssinn. Dabei sollte man noch wissen, dass sich auch ein Ohr bei starker Gewichtsab- oder -zunahme verändern kann und in einem solchen Fall kann es passieren, dass ein individuell angefertigter Ohrstöpsel plötzlich nicht mehr 100%ig wasserdicht ist.

Für die allermeisten Schwimmer dürfte aber eine Runde Headbangen im Schwimmbad oder am Badesee völlig ausreichend sein. Frohes Headbangen also!

5 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Oh, dass man das so professionell angehen kann, wusste ich auch noch nicht. Meine Anwendungsgebiete von Ohrstöpseln beschränkten sich bislang auf Baulärm im Bett … interessant.

    Dann werd ich das demnächst mit dem Headbangen unbedingt ausprobieren, denn ich habe das Problem beim Kraulen auch öfters.

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  2. Frau Indica, da sagen Sie was! Hätte ich ja im Beitrag noch erwähnen müssen, dass sich die Investition in individuelle Ohrstöpsel wegen weiteren Anwendungsgebieten (Baulärm, Kindergeschrei, etc.) durchaus rentiert. 😉

    Übrigens es gibt auch Leute, die sich vor dem Schwimmen Knetmasse ins Ohr stecken oder mit Haushaltsfett getränkte Wattebäusche. Ist natürlich wesentlich günstiger, aber ich würde beide Methoden eher nicht empfehlen.

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