Mitschwimmerinnen

Was uns das Schwimmen bedeutet. Wo, wie und warum auch immer. Das Team der Freistilstaffel stellt sich vor:

Frau Kaltmamsell von der Vorspeisenplatte:

Schwimmen ist für mich Leichtigkeit und Körperbeherrschung: Mit verminderter Schwerkraft ist mein Körper so viel mehr, wie ich ihn gerne hätte. Beim Schwimmen, beim kraftvollen Gleiten durch Wasser, fühle ich mich, als hätte ich eine Superkraft. In der Freistilstaffel sehe ich den Raum, in dem diese ganz eigene Welt des Schwimmens stattfindet – mit Wasser, Becken, Gewässern, Mitschwimmern, Ausstattung. Sie wird schon deshalb zu mir passen, weil Schwimmen ohne Wettkampfziel zu den uncoolsten Bewegungsformen überhaupt zu zählen scheint.

Frau Isabella aus den Donnerhallen:

Schwimmen heißt für mich: Unversehrtheit. Auf dem Land spüre ich bei jedem Schritt eine kleine, aber merkbare körperliche Unzulänglichkeit, weil das eine Bein nicht so will wie es soll. Im Wasser ist das vollkommen egal. Ich bin schwerelos, schmerzfrei und ganz bei mir. Das ist ohnehin das wundervolle am Wassersport – ob man will oder nicht, schwimmen tut man doch allein. Sozialverträgliche Introvertiertheit durch sportliche Betätigung. Andere gehen meditieren, ich kämpfe mich zur Mitte des Sees und bleibe einfach dort. Fluides Nirvana. Die Freistilstaffel ist das Gegenteil zur paddelnden Einsamkeit. Ein Anknüpfpunkt für Gleichgesinnte Wasserratten. Ein Platz, so uncool wie das Kinderbecken, um sich über die Feinheiten, die Geschichten und alles drumherum auszutauschen. Auch eine Motivation zur Auseinandersetzung mit körperlicher Betätigung jenseits von Wettbewerb und Fitness-Wahn. Freistil eben.

Frau Indica:

Ich mag die Eleganz und Schönheit des Schwimmens. Wenn Atemzüge und Bewegungen miteinander laufen, ist das für mich Harmonie und Entspannung. Ich bin bekennende Kachelzählerin; der begrenzte Raum von Becken und Bahnen gibt mir Blindfisch Sicherheit und Orientierung. Nach den ersten tausend Metern ist das Schwimmen reine Meditation und am schönsten abends in einer dunklen Halle mit Unterwasserbeleuchtung – da fühle ich mich wie ein großer, eleganter Fisch im Wasser und bin einfach nur glücklich. Meine etwas neuere Leidenschaft ist die Wassergymnastik, der ich in meiner Rehasportgruppe, dem so genannten „Rentner-Bootcamp“, gesundheitsbedingt, jedoch mit großem Vergnügen nachgehe. Die Erlebnisse mit Mitschwimmern und vielfältigem Spielzeug sind ein ganz eigenes Erlebnis im Warmwasserkosmos!

Kitty Koma:

Seit ich als Siebenjährige ein Wochenende lang einen Pool für mich allein hatte, mag ich die Existenz als Wesen zwischen Mensch und Fisch. Mein Schwimmstil mag einen Hund jammern, aber ich erreiche damit ein ganz beachtliches Tempo und lange Strecken in Flüssen, Seen und auf dem Meer haben es mir angetan. Dann werde ich eins mit der Natur und habe mitunter Begegnungen mit neugierigen Enten und Fischen. Das Wasser darf auch kalt sein, denn ich tauche bei fast jeder sich bietenden Gelegenheit ein – und wenn es nur kurz, weil November ist. Mein Blutdruck dankt es mir, ein so erfrischendes Hallo-wach-Gefühl kann Stunden vorhalten.

Frau Liisa von Charming Quark:

Schwimmen bedeutet für mich vor allem Ruhe und Balance. Wenn ich im See schwimme, bin ich ganz bei mir. Mehr als irgendwo sonst. Ich kann loslassen, mich selbst, meine Ängste, Selbstzweifel, Ärger, Stress und was mich sonst alles gerade kopfmässig beschäftigt und das ist meist (zu) viel. Ich liebe es, wenn es still wird in meinem Kopf und ich nur noch spüre. Meinen Körper, der durch das Wasser gleitet, das Wasser, das an meinem Körper perlt, den Wind der über meine Haut streicht. Schwimmen (besonders im See), das ist eine Zuflucht für mich, ein Rückzugsort, an dem ich eine Pause nehmen kann von all den Eindrücken, die sonst auf mich einprasseln. Wenn ich ans Ufer zurückkehre bin ich innerlich geklärt und aufgeräumt, kann ich wieder freier atmen, bin mir selbst wieder ein ganzes Stück näher. In der Freistilstaffel freue ich mich über den Austausch mit anderen, für die das Schwimmen einen ähnlich wichtigen Platz im Leben einnimmt.

GrafTypo von den netznotizen

Schwimmen ist für mich nicht nur eine Form des leichteren Seins, sondern ähnlich wie Zeichnen eine elementare Kulturtechnik. Bei jedem Wassersport hilft es, schwimmen zu können. Große Flüsse kann man mit dieser Technik überqueren. Wenn man schwimmen kann, reduziert sich »ins Wasser fallen« von gefährlich auf unangenehm.
Seit meinem fünften Lebensjahr schwimme ich. Freilich nicht regelmäßig, aber es fällt mir wie alle Fortbewegungs-Sportarten nicht schwer. Während meiner Hamburger Zeit fuhr ich Kanu und segelte. Schwimmen liegt da nicht fern, badet man doch oft nach Kanufahrt oder Segeltour. Familiär und interessenbedingt stagnierten Wassersport und Schwimmen zugunsten von Laufen, Marathon und Fahrradtouren, nachdem ich vor 17 Jahren nach Berlin zog. Vor drei Jahren habe ich es dann wieder entdeckt, zu schwimmen. Gern und oft schwimme ich im Sommer, meist längere Strecken. Da Schwimmen im Gegensatz zu Baden für mich etwas mit Fortbewegung zu tun hat, schwimme ich gerne mit einem konkreten Ziel, z.B. quer oder längs durch einen See.

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